Organisation macht Protestanten für Stillstand verantwortlich
IRA erneuert Entwaffnungsangebot

Zwei Tage vor Ablauf der Frist für die nordirische Regierung hat die katholische Untergrundorganisation IRA ihr Angebot zur Entwaffnung erneuert. Einen konkreten Termin für den Beginn der Waffenabgabe nannte die Organisation am Donnerstag aber nicht. Der zurückgetretene protestantische Regierungschef David Trimble bewertete das Angebot als unzureichend.

ap BELFAST. Er werde nicht mehr Worten, sondern nur noch Taten der IRA vertrauen. Falls bis Samstag kein neuer Regierungschef gewählt ist, will London Nordirland entweder wieder der direkten Kontrolle unterstellen oder Neuwahlen ansetzen.

Die IRA betonte in einer Erklärung die Bereitschaft, ihre Waffen nachprüfbar gebrauchsunfähig zu machen. Sie habe den Kontakt zu der internationalen Entwaffnungskommission (IICD) im März wieder aufgenommen. Seitdem habe sich ein IRA-Vertreter acht Mal mit der Kommission getroffen, heißt es weiter. Die Organisation machte die Protestanten für den gegenwärtigen Stillstand im Friedensprozess verantwortlich. Der IICD-Leiter, der kanadische General John de Chastelain, hatte am Montag die Treffen bestätigt.

IRA soll sofort mit Entwaffnung beginnen

Trimble sagte, er werde sich nur dann erneut zum Regierungschef wählen lassen, wenn die IRA sofort mit der Waffenabgabe beginne. Entsprechende Versprechen habe die IRA aber wiederholt nicht eingehalten, betonte er. Den britischen Nordirland-Minister John Reid forderte Trimble auf, mit der Entscheidung über die Zukunft Nordirlands bis Samstag zu warten. Erst wenn die IRA mit der Entwaffnung beginnt, will Trimble die Zusammenarbeit mit deren politischem Arm Sinn Fein fortsetzen.

Das Karfreitagsabkommen von 1998 sah die vollständige Entwaffnung der paramilitärischen Gruppen bis Mai 2000 vor. Nach dem Verstreichen dieser Frist bot die IRA die Abgabe der Waffen an, woraufhin Großbritannien und Irland eine neue Frist bis Juni 2001 setzten. Als die Organisation auch dieses Ultimatum verstreichen ließ, trat Trimble Anfang Juli als Chef der Allparteienregierung zurück.

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