Organisatorische Probleme im Vorfeld
Afghanistan-Konferenz beginnt erst am Dienstag

Der Beginn der UN-Afghanistan-Konferenz auf dem Petersberg bei Bonn wird um einen Tag auf Dienstag verschoben. Das bestätigte das Auswärtige Amt am Freitagabend in Berlin. In New York hatte Konferenz-Sprecher Ahmad Fawzi zuvor die Verschiebung mit organisatorischen Problemen begründet.

afp BONN/NEW YORK. Es sei schwierig, so viele Leute aus aller Welt in der Kürze der Zeit am gleichen Ort zu versammeln. Gleichzeitig solle den bereits angereisten Teilnehmern damit mehr Zeit für vorbereitende Gespräche gegeben werden. Amnesty International forderte, die Frage der Menschenrechte müsse die Diskussionen über die politische Zukunft Afghanistans bestimmen.

Die Vereinten Nationen hoffen, mit der Konferenz den Weg zur Bildung einer multi-ethnischen Regierung freizumachen. Nach den militärischen Kämpfen folgten nun die Kämpfe am Verhandlungstisch, sagte ein UN-Vertreter. Die Delegationen könnten bereits vor dem Konferenzstart bilaterale Kontakte untereinander und mit dem UN-Sonderbeauftragten für Afghanistan, Lahkdar Brahimi aufnehmen. Offiziell eröffnet wird die Tagung laut Konferenz-Sprecher Fawzi erst, wenn sämtliche Teilnehmer auf dem Petersberg in Königswinter bei Bonn eingetroffen sind.

Ziel der Gespräche ist es, verschiedene afghanische Gruppen zusammenzubringen und Grundlagen und Konzepte für eine Übergangsregierung zu erarbeiten. Die Konferenz ist der erste Schritt zur Umsetzung eines Fünf-Punkte-Plans für Afghanistan, den die UNO in der vergangenen Woche vorgelegt hatte. Gastgeber sinddie Verteinten Nationen, die technische Organisation liegt beim Auswärtigen Amt. Während der Konferenz gilt rund um den Petersberg die höchste Sicherheitsstufe. Die Bonner Polizei wird während der Konferenz von weiteren Einheiten aus Nordrhein-Westfalen unterstützt.

Amnesty International erklärte, die Wahrung der Menschenrechte aller Afghanen müsse "an erster Stelle" stehen. Politische Verantwortung dürfe nur integren Persönlichkeiten übertragen werden. Frauen sowie ethnische und religiöse Gruppen dürften bei der Bildung der Regierung und anderer staatlicher Institutionen nicht diskriminiert werden. Alle an dem über zwei Jahrzehnten dauernden Krieg in Afghanistan beteiligten Parteien hätten sich schwerer Menschenrechtsverletzungen schuldig gemacht. Für die Verantwortlichen schwerer Menschenrechtsverletzungen dürfe es keine Straflosigkeit geben.

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