Ort des Anschlags weiträumig abgesperrt
Radikale Palästinenser schießen im Nordisrael um sich

Kurz nach dem Beginn von neuen US-Vermittlungsbemühungen haben palästinensische Extremisten am Dienstag zwei Passanten erschossen und Dutzende verletzt. Zu dem Anschlag in Afula bekannten sich die Untergrundorganisation Islamischer Dschihad und die Al-Aksa-Brigade. Die beiden Attentäter, die von der Polizei getötet wurden, stammten aus der Nähe von Dschenin im Westjordanland. Nur Stunden zuvor hatte Israel seine Truppen aus Dschenin abgezogen und damit die letzte der Mitte Oktober besetzten Städte geräumt.

ap AFULA. Nach Augenzeugenberichten eröffneten mindestens zwei Palästinenser am Busbahnhof im Zentrum von Afula mit Maschinengewehren das Feuer auf Passanten. Anschließend setzten die Attentäter die Schießerei auf einem nahe gelegenen Markt fort, bevor sie von Polizisten gestellt und getötet wurden. Berichte über einen dritten Schützen, der entkommen sein soll, wurden zunächst nicht bestätigt. Ein Polizeisprecher sagte, ein Israeli sei direkt am Tatort gestorben. Eine Frau erlag im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen. Mindestens neun Verwundete schwebten nach offiziellen Angaben in Lebensgefahr.

Der Islamische Dschihad und die Al-Aksa-Brigade, die der Fatah-Bewegung des palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat nahe steht, bekannten sich zu dem Anschlag. Sie sprachen von einer Vergeltungsaktion für die Ermordung von Palästinensern durch Israel und veröffentlichten ein Video, das die beiden Attentäter zeigte. "Wir hoffen, dass unser Volk den Heiligen Krieg fortsetzt", sagte einer der beiden Männer, Dschihad-Aktivist Mustafa Abu Srieh. Bei dem zweiten Attentäter soll es sich um den Polizisten und Fatah-Aktivisten Abdel Karim Abu Nafa gehandelt haben.

Der israelische Regierungssprecher Avi Pasner erklärte, der Anschlag in Afula mache deutlich, dass die palästinensische Autonomiebehörde nichts tue, um terroristische Aktivitäten zu verhindern. Der Generalsekretär des palästinensischen Parlaments, Ahmed Abdel Rahman, entgegnete, der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon müsse sich selbst die Schuld geben. Der US-Gesandte Anthony Zinni sagte nach einem Treffen mit Scharon, der Vorfall verdeutliche die Notwendigkeit eines Waffenstillstands.

US-Gesandter begrüßt Abzug aus Dschenin

Afula liegt in der Nähe des Westjordanlands, rund 15 Kilometer nördlich von Dschenin. Dort waren vor Tagesanbruch die letzten israelischen Panzer abgezogen. Die israelische Armee erklärte, die Truppen hätten Stellungen in der Nähe bezogen, von wo aus sie weiter "die Sicherheit der israelischen Bürger schützen und Terrorismus verhindern" könnten. Der Abzug aus Dschenin sei später als aus anderen palästinensischen Städten erfolgt, weil es Hinweise gegeben habe, dass palästinensische Extremisten dort Anschläge auf Israel planten.

Die israelischen Streitkräfte waren nach dem Mord an Tourismusminister Rehawam Seewi Mitte Oktober nach Dschenin und in fünf weitere Städte im Westjordanland vorgedrungen. Der US-Sondergesandte Zinni begrüßte den Abzug. Zusammen mit seinem Kollegen William Burns wollte er noch am Dienstag mit dem israelischen Außenminister Schimon Peres sowie Verteidigungsminister Binjamin Ben Elieser zusammenkommen. Für Mittwoch war ein Gespräch mit Arafat geplant.

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