Osama bin Laden lebt
Interpol-Chef warnt vor Terroranschlägen

Der Interpol-Chef Ronald Noble befürchtet eine große weltweite Terrorattacke von El Kaida. Terroristenführer Osama bin Laden sei noch am Leben, sagte Noble in einem Interview der französischen Tageszeitung "Le Figaro". Nach Informationen mehrerer Geheimdienste plane El Kaida "eine weitere große Terrorattacke mit mehreren Anschlägen, die gleichzeitig nicht nur die USA treffen, sondern auch andere Länder", warnte Noble.

HB/dpa PARIS. "Wenn man mir nicht das Gegenteil beweist, gehe ich davon aus, dass Osama bin Laden auf der Flucht ist und sehr wohl lebt", so der Interpol-Chef. Dem widerspreche auch die angebliche Existenz eines Testaments nicht, das dem Terroristenführer zugeschrieben werde. Bin Laden verfüge weiter über ausreichend finanzielle Mittel, die zwischen 280 und 300 Millionen Dollar (zwischen 276 und 296 Millionen Euro) liegen dürften, sagte Noble, der als erster Amerikaner an der Spitze der internationalen Polizeiorganisation steht. Keineswegs sei sein Vermögen durch die Anschläge vom 11. September aufgezehrt, sondern vielmehr auf viele Länder verteilt.

Die Anschläge von Moskau und Bali zeigten erneut, dass sich der Terrorismus weltweit ausgebreitet habe. "Kein Land kann sich sicher fühlen", sagte Noble in dem Zeitungsinterview. "Die Terroristen schlagen zu, wann und wie sie wollen." Weder Kanada, noch Afrika oder Australien könnten als sichere Zonen angesehen werden. Zwar hätten Frankreich, Italien, Deutschland und Großbritannien bei Polizeiaktionen Erfolg gehabt und einige Terroristenzellen ausgehoben. Auch sei die Zusammenarbeit der Polizeibehörden ausgezeichnet. Aber es bestünde weiter die Gefahr durch viele schlafende Terror-Zellen, die der Polizei nicht bekannt seien.

Beim Anschlag auf Djerba mit 19 Toten, darunter 14 deutsche Touristen, hat der tunesische Attentäter Nizar Ben Mohammed Nawar nach Informationen der französischen Tageszeitung "Libération" unmittelbar vorher mit El Kaida telefoniert. In seinem letzten Anruf vor dem Attentat am 11. April auf die Synagoge der tunesischen Ferieninsel habe er mit dem mutmaßlichen El Kaida-Führungsmitglied Chalid Scheich Mohammed in Karachi gesprochen. Chalid soll der maßgebliche Planer der Anschläge vom 11. September gewesen sein. Die Zeitung berief sich in ihrem Bericht vom Freitag auf französische Ermittler.

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