Oscar Freire war schon wieder schneller
Zabel holt WM-Silber

Radprofi Erik Zabel aus Unna hat denkbar knapp den Weltmeistertitel auf der Straße verpasst. Der freche Oscar stahl den Italienern die Show und holte sich Zentimeter vor Erik Zabel den Titel.

HB VERONA. Der spanische Rad-Profi Oscar Freire sicherte sich im Straßenrennen am Samstag den dritten Weltmeister-Titel seiner Karriere. Der 28-Jährige gewann in Verona nach 265,5 km den Spurt einer 17-köpfigen Spitzengruppe vor Zabel und wiederholte damit seinen Erfolg an gleicher Stelle vor fünf Jahren. Auch wenn sich die ganz großen Hoffnungen des Olympia-Vierten Zabel, der 2002 die WM-Bronzemedaille geholt hatte, nicht ganz erfüllten, hatte es der Berliner seinen Kritikern innerhalb und außerhalb des T-Mobile-Teams gezeigt.

Die Polizei zählte auf der 14,7 Km langen Runde mehr als 250 000 Zuschauer, die allerdings am Schluss Trauer trugen, weil für die hoch gehandelten Azzurri in der Endabrechnung bei ihrem Heimspiel nur die Bronzemedaille für Luca Paolini übrig blieb. Top-Favorit Paolo Bettini schied in der 15. von 18 Runden mit Knie-Problemen aus. Er hatte sich am Begleitwagen verletzt. Der Olympiasieger war die große Hoffnung der Gastgeber, für die bei dieser WM insgesamt nicht viel zusammenlief.

Vielleicht hätte es der Weltcup-Spitzenreiter und Kapitän des Gerolsteiner-Teams besser machen können. Aber Davide Rebellin wurde nicht aufgeboten und durfte nach wochenlangen Bemühungen auch nicht für Argentinien starten. Mit dem erkrankten Jan Ullrich, der seinen WM-Verzicht am vergangenen Mittwoch erklärte, und dem seit August in Urlaub weilenden Lance Armstrong fehlte weitere Prominenz in Verona.

Als fünf Ausreißer auf dem mit einer 3,5 km langen Steigung auf den Torricelle gespickten Kurs zwei Runden vor Schluss gestellt waren, begann das Rennen eigentlich erst richtig. Die Italiener nahmen das Heft in die Hand, unterstützt von den Spaniern. 25 Fahrer, darunter auch Mathias Kessler, Steffen Wesemann, Zabel und Hondo, nahmen das Finale in Angriff. Auf dem letzten Anstieg zum Torricelle bissen sich sechs Fahrer durch - kein deutscher Profi war mehr dabei, aber auf der Abfahrt rollte alles wieder zusammen. 17 Fahrer kristallisierten sich dann heraus und machten den Sieg unter sich aus.

"Das war eine tolle Mannschaftsleistung. Wesemann hat die vorletzte Runde fast komplett alleine an der Spitze gefahren. Das Ergebnis zeigt, dass wir ein solches Rennen auch mit zwei Top-Sprintern, Hondo und Zabel, bestreiten können. Ich bin mit dem Ergebnis hochzufrieden", sagte Mario Kummer, Teamchef bei T-Mobile und in der deutschen Nationalmannschaft. "Wir hatten vorher nichts festgelegt. Ich bin der bessere Anfahrer - da bin ich im Finale eben für Erik gefahren", sagte Danilo Hondo vom Team Gerolsteiner, der vor Freire den Hut zog: "Unglaublich dieser Mann."

Am vorletzten WM-Tag war die Olympia-Zweite Judith Arndt (Leipzig) zum ersten deutschen WM-Gold nach Ute Enzenauer (1981) gefahren. Damit hatte der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) seine erstaunliche Bilanz weiter verbessert. Mit zwei Mal Gold, drei Mal Silber und ein Mal Bronze gewannen die Deutschen die inoffizielle Nationenwertung.

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