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Ossetien: Georgier ziehen sich nach Machtdemonstration zurück

Nach ihrer Machtdemonstration in der abtrünnigen Region Südossetien haben georgische Truppen am Freitag den Abzug fortgesetzt. „Wir sind stark genug, um das Problem in der Region Zchinwali mit Gewalt zu lösen, und hätten das gestern bereits tun können.“

dpa TIFLIS/MOSKAU. Nach ihrer Machtdemonstration in der abtrünnigen Region Südossetien haben georgische Truppen am Freitag den Abzug fortgesetzt. "Wir sind stark genug, um das Problem in der Region Zchinwali mit Gewalt zu lösen, und hätten das gestern bereits tun können."

Das sagte der georgische Verteidigungsminister Georgi Baramidse im Konfliktgebiet. "Aber wir halten uns zurück, weil wir kein Blut und keine Opfer auf unserem Gebiet wollen", zitierte ihn die Nachrichtenagentur Interfax. Bei den blutigsten Gefechten in der Region seit zwei Wochen hatten georgische Truppen am Donnerstag drei strategische Berghöhen nahe der südossetischen Hauptstadt Zchinwali erobert. Von dort hätten ossetische und russische Freischärler seit Wochen georgische Dörfer beschossen, hieß es. Die Georgier überließen die Höhen jedoch Einheiten der russisch-georgisch-südossetischen Friedenstruppe, die seit 1992 die Region an der Grenze zu Russland überwacht. In der Nacht gab es keine Schusswechsel mehr.

Der russische Präsident Wladimir Putin rief beide Konfliktparteien zu Verhandlungen auf. Er erinnerte daran, dass Südossetien bis 1990 innerhalb Georgiens autonom gewesen sei. Der für die abgespaltenen Gebiete zuständige georgische Minister Georgi Chaindrawa sagte, Südossetien solle demilitarisiert werden. Der georgische Zoll müsse die Grenze zu Russland am Roka-Passtunnel kontrollieren können. "Südossetien sollte von der politischen Illusion Abschied nehmen, sich Russland anschließen zu können", sagte Chaindrawa im Rundfunk.

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