Osteuropa-Finanzierungskonferenz des BDI
Weltbank zu neuem Kredit für Russland bereit

Reuters BERLIN. Die Weltbank will die Politik der Wirtschaftsreformen von Russlands neuem Präsidenten Wladimir Putin mit einem neuen Milliardenkredit unterstützen. Weltbank - Vizepräsident Johannes Linn sagte am Donnerstag in Berlin, die Weltbank sei grundsätzlich bereit zu einem neuen Kredit in einer Dimension von über einer Milliarde Dollar, mit dem ein alter, aber großteils nicht ausgezahlter Kredit ersetzt werden solle. Linn, wie auch der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Ludolf von Wartenberg, bewertete die wirtschaftlichen Aussichten für Russland übereinstimmend als positiv und würdigten den von Putin verfolgten Reformkurs. Linn sprach von einem "Vertrauensverhältnis mit der jetzigen Regierung", das sich in den letzten Monaten der Zusammenarbeit mit der russischen Regierung entwickelt habe. Bei der Ausarbeitung ihres Wirtschaftsprogrammes habe die russische Regierung eng mit der Weltbank zusammengearbeitet. Mit dem nun geplanten neuen Kredit werde ein alter Kredit aus dem Jahre 1998 über 1,5 Mrd. $ gestrichen, von dem wegen der politischen Probleme und Finanzschwierigkeiten in Russland in der Folgezeit nur 400 Mill. $ ausgezahlt worden waren.

"Wir sind verhalten optimistisch hinsichtlich der wirtschaftlichen Perspektiven Russlands", sagte Linn auf einer Osteuropa-Finanzierungskonferenz des BDI. Auch wenn das Land noch vor etlichen Herausforderungen stehe, gebe es offenbar im Land nun eine breite Übereinstimmung, und zwar auch in der Duma und der Bevölkerung, über notwendige Wirtschaftreformen. Dies drücke sich in dem Reformprogramm Putins aus. "Wir unterstützen diesen Konsens", sagte Linn. Die Weltbank sei daher "offen für Geschäfte" mit dem Land, sagte Linn und signalisierte weitere Unterstützungen seiner Institution für konkrete Reformprojekte, etwa im Bereich Gesundheit oder im Kohlsektor des Landes. Linn sagte auf dem Forum, die Weltbank erwarte nach einem überraschend hohen Wirtschaftswachstum für Russland im Jahr 1999 von 3,2 % in diesem Jahr einen Zuwachs von rund vier Prozent. Auch andere Wirtschaftsdaten seien vielversprechend. Der BDI rechnet mit einem Wachstum von 3,5 bis vier Prozent. Auch BDI-Hauptgeschäftsführer von Wartenberg sagte, die russische Regierung habe "eindeutig signalisiert, dass diese Regierung entschlossen sei, die notwendigen Reformen einzuleiten". Mit Blick auf ausstehenden Schulden Russlands müsse aber gelten, dass diese bezahlt werden.

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