Ostrowski soll neuer Vorstandschef werden
Bertelsmann Arvato verschiebt Börsengänge

Der Mediendienstleister Bertelsmann Arvato AG, Gütersloh, hat angesichts der labilen Stimmung an den Finanzmärkten seine Pläne vorerst aufgesteckt, mehrere Internet-Töchter an die Börse zu bringen.

HB FRANKFURT. Ursprünglich sollten 2001 die Internet Trust-Reservierungsfirma sowie der Spezialist für Wissensmanagement Empolis an den Aktienmarkt gebracht werden. "Sobald sich aber hier die Lage bessert, treten wir in neue Überlegungen ein", sagte der scheidende Arvato-Vorstandschef Gunter Thielen in Frankfurt.

Im Geschäftsjahr 2000/01 verhagelten der Tochter des Bertelsmann-Konzerns hohe Anlaufkosten im Internetsektor das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Goodwill-Abschreibungen (Ebita). So steigerte Arvato im laufenden Geschäftsjahr (30. Juni) den Umsatz zwar um 34,3 % auf 3,037 Mrd. Euro, das Ebita sank jedoch wegen der 60 Mill. Euro-Internet-Investitionen um 22 % auf 145 Mill. Euro. Arvato gilt als der profitabelste Bereich des Medienriesens Bertelsmann.

Der Wachstumsschub kam zum einen durch inneres Wachstum zusammen, aber auch durch erhebliche Zukäufe, Beteiligungserhöhungen und Neugründungen. Außerdem schlägt sich massiv der im vergangenen Jahr eingeleitete strategische Konzernumbau bei Bertelsmann nieder, der dafür sorgte dass Arvato Teile anderer Konzernbereiche zugeschlagen wurden.

Rund 46 % des Umsatzes entfallen auf Druck-Aktivitäten, 42 % auf Dienstleistungen. Besonders stark wuchsen die Spezialverlage (+ 65 %) und die Dienstleistungen (+55 %). Im kommenden Geschäftsjahr rechnet Arvato mit einem Wachstum von 6 % bis 7 %. Zum Ergebnis machte der Arvato-Chef allerdings keine Angaben. Das kommende Geschäftsjahr sei "ein Jahr der Konsolidierung", weitere Akquisitionen schloss er jedoch nicht aus. Der Internetsektor, der noch als einziger Arvato-Bereich rote Zahlen schreibe, solle 2003 den Break-even erreichen.

Thielen wird aus Altersgründen im August 2002 den Chefsessel räumen. Nach Handelsblatt-Informationen gilt Arvato-Vorstand Hartmut Ostrowski als aussichtsreichster Kandidat für den Posten. Der neue Chef soll bereits am 15. Juli dieses Jahres vom Aufsichtsrat benannt werden.

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