OTI versucht es an der Nasdaq
Und noch einer: Telesens verlässt Neuen Markt

Immer mehr Firmen kehren dem von Skandalen belasteten Wachstumssegment der Deutschen Börse den Rücken zu. Nun kündigte auch der Softwareentwicklers für Abrechnungssysteme im Telekommunikationsmarkt TelesensKSCL AG den Wechsel vom Neuen Markt in den Geregelten Markt an.

Reuters FRANKFURT. Immer mehr Firmen kehren dem von Skandalen belasteten Wachstumssegment der Deutschen Börse den Rücken zu. Am Freitag kündigte der Softwareentwicklers für Abrechnungssysteme im Telekommunikationsmarkt TelesensKSCL AG den Wechsel vom Neuen Markt in den Geregelten Markt an. Den Segmentwechsel begründete Telesens mit den Rahmenbedingungen am Neuen Markt und Kosteneinsparpotenzialen. Die Telesens-Aktie wird letztmals am 7. Juni am Neuen Markt und voraussichtlich ab den 10. Juni am Geregelten Markt gehandelt.

Die israelische OTI On Track Innovations teilte am Freitag unterdessen mit, ein Zweitlisting an der US-Technologiebörse Nasdaq anzustreben. "Eine Notierung an der Nasdaq wird uns die Voraussetzungen dafür schaffen, den Unternehmenswert zu steigern, indem sie unsere Pläne für die Ausweitung unserer Tätigkeiten auf dem US-Markt unterstützt", begründete die Firma das Vorhaben.

Erst am Mittwoch hatte der Internet-Dienstleister digital advertising den Wechsel zum Geregelten Markt angekündigt. In der jüngsten Zeit entschieden sich unter anderem auch der Computervermarkter IPC Archtec, CeoTronics, oder der Kommunikationsdienstleister Hunzinger zu einem Segmentwechsel. Auch das Index-Schwergewicht Broadvision verabschiedet sich vom Neuen Markt. Wie etwa sein Konkurrent Intershop ist Broadvision auch an der US-Technologiebörse Nasdaq gelistet.

Neben Kosteneinsparungen versprechen sich die Manager der Unternehmen vor allem einen Imagegewinn durch den Segmentwechsel. "Wir werden überall, besonders bei Kunden, angesprochen und in die kriminelle Ecke gestellt", sagte etwa Ceotronics-Vorstandschef Hans-Dieter Günther mit Blick auf die jüngsten Bilanz-Skandale der Firmen Comroad und Phenomedia.

Er schloss ebenso wie Moritz Hunzinger, Chef des gleichnamigen Kommunikationsdienstleisters, eine Rückkehr zum Neuen Markt nicht aus, wenn sich das Klima wieder deutlich bessere.

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