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Ottos Griechen heiß auf Türkei

Otto Rehhagel steht mit Griechenland ein heißer Tanz gegen Erzrivale Türkei bevor - für Berti Vogts könnte bereits die letzte Stunde als schottischer Nationaltrainer schlagen.

dpa FRANKFURT/MAIN. Otto Rehhagel steht mit Griechenland ein heißer Tanz gegen Erzrivale Türkei bevor - für Berti Vogts könnte bereits die letzte Stunde als schottischer Nationaltrainer schlagen.

Der Europameister aus Hellas will nach der 1:2-Pleite gegen Albanien im zweiten Qualifikationsspiel zur Fußball-WM 2006 unbedingt Wiedergutmachung leisten. Sollte Vogts indes beim ersten Auftritt mit seinen "Bravehearts" im Hampden-Park von Glasgow gegen Slowenien verlieren, droht dem 57-Jährigen der Rauswurf.

Gewaltig unter Druck steht aber auch Englands Sven-Göran Eriksson nach dem 2:2 gegen Österreich. Im Fall einer weiteren Enttäuschung in Polen, so prophezeit die Boulevard-Zeitung "The Sun", wäre die Amtszeit des Schweden ebenfalls vorzeitig beendet. Die Spieler jedoch stärken Eriksson, der auch auf den Einsatz von Superstar David Beckham (Rippenverletzung) hofft, bereits demonstrativ den Rücken.

"Wir spielen auch für Sven. Wir lieben ihn als Trainer und stehen 100 % hinter ihm", sagte Steven Gerrard vom FC Liverpool. Die "Sun" rechnete allerdings schon die mögliche Abfindung aus: 20 Mill. ?. Auch Frankreichs neuer Coach Raymond Domenech muss auf den Färöer-Inseln versuchen, die Kritiker nach dem dürftigen 0:0 daheim gegen Israel von seinen Fähigkeiten zu überzeugen.

Den Nachweis als Europas bestem Team blieb Titelträger Griechenland in Albanien schuldig. Ausgerechnet gegen den Nachbarn Türkei wollen die Griechen in Piräus nun wieder in die Erfolgsspur finden und die nach der Auftaktschlappe aufgebrachten Fans besänftigen. "Hier geht es um die WM und wir beginnen von ganz vorn", betonte Rehhagel, der seine Spieler aufforderte, den Ruhm des EM-Gewinns auszublenden und hinter sich zu lassen. "Schon die ersten zwei Spiele sind entscheidend", sagte der 66-Jährige.

Hellwach müssen die Hellenen in dem auch durch die politischen Auseinandersetzungen beider Länder um Territorien und Anerkennung geprägten Nachbarschaftsduell sein. "Die Pleite gegen Albanien war ein Ohrfeige für uns und sollte uns aufgerüttelt haben", meinte Stelios Giannakopoulos. Bislang gingen die Griechen gegen den WM-Dritten von 2002 allerdings leer aus: In zwei Freundschaftsspielen unterlagen sie 1989 mit 0:1 in Athen und ein Jahr zuvor mit 1:3 in Istanbul. Auch die Türken müssen nach dem 1:1 gegen Georgien punkten. "Ich vertraue meiner Mannschaft, dass sie das schlechte Resultat wettmacht", meinte Trainer Ersun Yanal, der das Amt im Sommer vom entlassenen Senol Günes übernommen hatte.

Über eine mögliche Entlassung von Vogts nach einigen negativen Testspielresultaten soll der schottische Verband (SFA) angeblich am Donnerstag bei einem Meeting entscheiden. Ein auf den Namen Berti Vogts ausgestelltes Flugticket von Edinburgh nach Frankfurt/Main druckte bereits der "Daily Record". Vor dem möglicherweise entscheidenden Match gibt sich der Europameister von 1996 aber noch betont entspannt: "Ich habe die volle Rückendeckung des Präsidenten und des Geschäftsführers."

Über verbale Unterstützung durfte sich der Korschenbroicher auch von Spielerseite freuen. "Mit der Partie gegen Slowenien können wir beweisen, dass wir für unseren Trainer spielen", meinte Kapitän Barry Ferguson und fügte mitfühlend hinzu: "Wenn ich das durchleiden müsste, was Vogts mitmacht, hätte ich den Job hingeschmissen."

Insgesamt stehen 22 Partien zur WM-Qualifikation auf dem Programm. Dabei kommt es auch zur spannungsgeladenen Begegnung der EM-Halbfinalisten Niederlande und Tschechien. Auf der einen Seite mit Trainer-Neuling Marco van Basten beim Oranje-Team, auf der anderen Seite Routinier Karel Brückner.

Der 64-Jährige muss allerdings auf das "Herz" seines Teams verzichten: Sowohl Europas Fußballer des Jahres, Pavel Nedved, als auch Rekordnationalspieler Karel Poborsky fallen verletzungsbedingt aus. Auf eine weitere Überraschung hofft Hans-Peter Briegel mit seinen Albanern in Georgien. Vize-Europameister Portugal kann mit einem Sieg gegen Estland im EM-Spielort Leiria einen weiteren Schritt zur WM machen.

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