„Outperformance erstmal nicht in Sicht“
Kampf der Titanen

Die Aktien von multinationalen Großkonzernen gelten als sicherer Hafen. Denn auch in schwachen Konjunkturphasen haben diese Multis genügend Finanzkraft, solche Schwächephasen durchzustehen.

FRANKFURT/M. Abgebildet werden die weltweit größten Unternehmen im Aktienindex Dow Jones Global Titans 50 (DJGT). Zu den Titanen zählen, gemessen an ihrem Börsenwert, die 50 größten Unternehmen der Welt. Wichtige globale Standardwerte wie General Electric, Exxon Mobil und Microsoft stellen die Schwergewichte im Titanen-Index dar. Aus Deutschland vertreten sind Allianz, Daimler Chrysler, Deutsche Telekom und Siemens.

Die Entwicklung des Index ist aber weniger gigantisch. Seit Anfang des Jahres hat der DJGT fast ein Drittel seines Wertes verloren. Im Vergleich dazu gab der umfassendere MSCI World Index seit Jahresbeginn knapp zwanzig Prozent ab. "Die schlechte Performance lag vor allem an dem relativ hohen Gewicht an Pharmawerten", meint Henning Gebhardt, Fondsmanager bei DWS Investments. Er hält das Konzept des DJGT für sinnvoll, da sich nur bekannte Unternehmen im Index befinden. "Man weiß, was man da kauft, die Benchmark ist anders als bei kleinen Werten sehr übersichtlich."

Aber auch die Aussichten für die Multis sind nicht besonders gut. Aktienexperten rechnen damit, dass sich im Falle eines konjunkturellen Aufschwungs die Aktien kleinerer Unternehmen, so genannte Small Caps, besser entwickeln werden. "Small Caps sind konjunktursensitiver als die Titel von Großkonzernen", erklärt Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Asset Management Gruppe Invesco. Daher erwartet Krämer, dass Nebenwerte in einer Erholungsphase besser performen werden als die Multis im Global-Titans-Index.

Umgekehrt ist das Verlustrisiko von Großkonzernen in Zeiten schwacher Märkte geringer. "Die Unternehmen im Global-Titans haben alle große finanzielle Ressourcen. In wirtschaftlich schwachen Phasen haben diese dann einfach den längeren Atem", sagt Gebhardt von der DWS. "Der generelle Vorteil von Aktien großer Unternehmen ist zudem die höhere Sicherheit, die sich aus der geringeren Volatilität ergibt", fügt Gerd Kirsten, Fondsmanager bei der Deka Investment hinzu.

Darüber hinaus zeichnen sich Unternehmen, die weltweit aktiv sind, durch eine hohe Diversifikation aus. Globale Unternehmen verteilen ihre Geschäftstätigkeit über verschiedene Teilmärkte. "Konjunkturelle Schwankungen fallen in den verschiedenen Ländern auch unterschiedlich aus. Konzerne, die nicht nur auf einen Markt setzen, streuen so das Risiko", sagt Krämer von Invesco. Dennoch sprechen auch nach Ansicht des Fondsmanagers Kirsten eine Reihe von Faktoren für das Investment in kleinere Unternehmen: "Small Caps reagieren typischerweise stärker auf konjunkturelle Schwankungen. Daher werden diese von einer zyklischen Erholung überproportional profitieren."

Fondsmanager Gebhardt erwartet, dass sich der DJ GT in den kommenden Monaten ähnlich wie der MSCI World entwickeln wird: "Eine Outperformance ist erstmal nicht in Sicht."

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