Outsourcing und Beratung galt bisher als krisensicher
EDS warnt vor Gewinneinbruch

Die anhaltend schwache Nachfrage nach IT-Beratungsleistungen zwingt den weltweit zweitgrößten Anbieter EDS, seine bisher optimistischen Prognosen drastisch zu senken.

HB/kk NEW YORK. Der zweitgrößte US-Computer Electronic Data Systems Corp. -Dienstleister (EDS) hat wegen der anhaltend schwachen Nachfrage im Technologie-Sektor seine Gewinnprognosen drastisch gesenkt. Die Aktie des Unternehmens aus Plano in Texas fiel daraufhin zum Handelsbeginn in New York um mehr als 43 % auf ein 10-Jahrestief.

"Wir sind von einem sehr ernsten Abschwung bei den Ausgaben erwischt worden", erklärte der Vorstandsvorsitzende Dick Brown gegenüber Analysten. "Wir haben damit gerechnet, dass die Ausgaben zurückgehen, aber nicht damit, dass sie völlig aufhören", sagt er. Die Nachfrage in Europa sei extrem schwach. Außerdem brachten die Verträge mit der unter Gläubigerschutz stehenden Fluggesellschaft US Airways Verluste.

Für das dritte Quartal, das am 30. September endet, korrigierte EDS seine Prognose für den Gewinn je Aktie von zuvor 74 auf 12 bis 15 Cent. Der Umsatz werde mit 5,3 Mrd. bis 5,5 Mrd. $ bis zu 5% niedriger ausfallen als im Vorjahr. Bisher hatte das Unternehmen ein Wachstum zwischen 4 und 6% prognostiziert. Auch das vierte Quartal werde schlechter ausfallen als erwartet. Und auch im kommenden Jahr werde die schwache Marktlage anhalten.

"Es überrascht uns nicht wirklich, aber das Ausmaß ist bedeutend", sagt Adam Frisch, ein Analyst der Investmentbank UBS Warburg.

Beratung und das Outsourcen von Technologie, bei dem Anbieter wie EDS für Unternehmen den Computerbetrieb übernehmen, galten bisher als krisensicher. Doch die Ankündigung von EDS wirft einen Schatten auf den gesamten Sektor. Die Konkurrenten IBM, der größte Anbieter, und Computer Sciences haben bereits in den vergangenen Quartalen vor Gewinn-Einbrüchen gewarnt. EDS hatte dagegen lange an seinen optimistischen Prognosen festgehalten.

Die Investmentbank Lehman Brothers sagte, Anleger sollten daher die Nachrichten nicht zu sehr auf IBM und Computer Sciences übertragen. Dennoch fielen auch die Aktien von IBM und Computer Sciences am Donnerstag zum Marktbeginn an der Wall Street deutlich.

EDS soll sich nach Informationen des Wall Street Journal mit dem Konsumgüter-Riesen Procter & Gamble auf einen Outsourcing-Vertrag über zehn Jahre und 8 Mrd.$ geeinigt haben. Doch auch das löst bei den Analysten keinen Enthusiasmus aus. Andere Anbieter hatten sich bereits aus den Verhandlungen mit P&G zurückgezogen, weil es fraglich war, ob der Auftrag profitabel sei.

Frisch warnte, dass auch das nicht genügend Cash bringen könnte und dass EDS riskiert, dass Rating-Agenturen die Kreditwürdigkeit des Unternehmens herabstufen. Damit würden neue Kredite für Investitionen extrem teuer. Verschiedene Analysten haben die Aktie von EDS herabgestuft. Die Deutsche Bank stufte EDS sogar auf Verkaufen.

Quelle: Handelsblatt

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