Pärson Riesenslalom-Weltmeisterin
Deutsche Ski-Damen setzen Pleitenserie fort

Martina Ertl hat auch mit einem hervorragenden zweiten Riesenslalom-Lauf die deutsche Misere bei den alpinen Weltmeisterschaften nicht beenden können. Die 29-Jährige fand am Donnerstag in St. Moritz nicht in die Erfolgs-Spur und wurde Zehnte. Ihre ohnehin nur geringen Medaillen-Hoffnungen musste die Lenggrieserin bereits nach dem ersten Durchgang begraben. Vom 16. Rang fuhr sie immerhin noch um sechs Plätze nach vorne und lag in 2:33,65 Minuten 2,68 Sekunden hinter Weltmeisterin Anja Pärson aus Schweden.

HB/dpa ST. MORITZ. "Man muss halt zwei gute Läufe nach unten bringen, wenn man etwas reißen will", sagte Martina Ertl. Annemarie Gerg wurde 21,. Maria Riesch schied aus.

Anja Pärson verteidigte ihre Führung aus dem ersten Lauf und lag in 2:30,97 Minuten klar vor der Italienerin Denise Karbon (2:32,52) und der Kanadierin Allison Forsyth (2:32,76). "Ich habe alles richtig gemacht", strahlte die 21-Jährige. Bereits vor dem Rennen hatte die Slalom-Weltmeisterin von 2001 mit fünf Weltcup-Siegen in dieser Saison vor Selbstvertrauen nur so gestrotzt: "Ich bin stark genug. Nicht nur um zu gewinnen, sondern um dabei um eine Sekunde oder sogar mehr vorne zu sein." Der schwedische Medienliebling stammt wie die Ski-Legende Ingemar Stenmark aus Taernaby.

Die achte von zehn WM-Entscheidungen war erneut kein Rennen für die Favoritinnen. Olympiasiegerin Janica Kostelic (Kroatien), die sich nach Kombinations-Gold trotz schmerzenden Knies zum Start entschlossen hatte, wurde nur 13., Karen Putzer (Italien) als Führende im Riesenslalom-Weltcup Sechste. Titelverteidigerin Sonja Nef patzte als Schweizer Gold-Hoffnung im ersten Lauf und belegte Platz acht. Damit hielt die schwarze Serie der Weltmeister von 2001: Bislang konnte keiner seinen Titel in St. Moritz verteidigen.

Martina Ertl lag bereits nach der ersten Zwischenzeit des ersten Laufs aussichtslos zurück: Eine Sekunde Rückstand nach gerade einmal 23 Sekunden Fahrzeit gaben auch ihr Rätsel auf. "Vielleicht ist der Ski nicht rund genug gelaufen", meinte sie. Auf dem aggressiven, weil sehr kalten Schnee, war eine Fahrweise mit gefühlvollem Kanteneinsatz gefragt. "Es wäre einfacher, wenn ich hier lockerer gewesen wäre", sagte die Kombinations-Weltmeisterin von 2001. Nach acht Wettbewerben warten die DSV-Athleten immer noch auf eine Medaille.

"Der zweite Lauf lag mir mehr. Nur mit zwei Traumläufen kann ich unter die ersten drei kommen", erklärte Martina Ertl, die beim letzten Riesenslalom vor der WM in Maribor Dritte gewesen war. "Das war ein positiver Ausreißer", sagte sie und fand lobende Worte für die Siegerin: "Die Anja Pärson stellt momentan alles in den Schatten." Am Samstag geht Pärson nun neben Janica Kostelic im Slalom als Favoritin ins Rennen. "Ich werde heute nur ein bisschen feiern", sagte sie.

Annemarie Gerg (Lenggries) belegte in 2:35,81 Minuten Platz 21. "Ich bin mir vorgekommen wie im Super-G. Das war ein bisschen zu schnell für mich", sagte die 27-Jährige, die deutlich bessere Chancen im Slalom am Samstag hat. Maria Riesch (Partenkirchen) zahlte bei ihrer ersten WM-Teilnahme in ihrem vierten Wettbewerb Lehrgeld. Die 18-Jährige schied nach 40 Sekunden mit einem Innenski-Fehler aus.

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