Paket von Tarifkonzessionen wird überprüft
Neue Bankrottgefahr für American Airlines

Der Fluggesellschaft American Airlines droht erneut der Bankrott. Die Gewerkschaften der Flugbegleiter und des Bodenpersonals haben angekündigt, dass sie noch einmal über das umstrittene Paket von Tarifkonzessionen abstimmen werden. Hintergrund ist die Entrüstung der Beschäftigten über heimlich gewährte hohe Boni für Spitzenmanager.

HB/dpa FORT WORTH. Die Gewerkschaft der Piloten entschied in Beratungen am Dienstag gegen ein neues Votum, behielt sich jedoch vor, das Tarifpaket möglicherweise nicht zu unterzeichnen.

Die 99 000 Bediensteten von American hatten erst vor kurzem 1,8 Mrd. Dollar (1,65 Mrd Euro) jährliche Tarifkonzessionen als Beihilfe für das Überleben der schwer angeschlagenen weltgrößten Fluggesellschaft gebilligt. Dann wurde jedoch bekannt, dass sieben Topmanager Prämien in zweifacher Höhe ihres jährlichen Grundgehalts bekommen sollten, falls sie bis Januar 2005 bei dem Unternehmen bleiben.

Obwohl sich Konzernchef Don Carty bereits mehrfach bei den Mitarbeitern entschuldigte und die Boni inzwischen gestrichen wurden, ist die Stimmung unter der Belegschaft schlecht. Die drei großen Gewerkschaften werfen der Konzernspitze vor, sie habe die Mitarbeiter zu Opfern aufgerufen, während die Manager sich selbst finanziell abgesichert hätten. Eine weitere umstrittene Vergünstigung, ein Pensionsplan für Manager in Höhe von 25 Mill. Dollar, der auch im Falle eines Bankrotts unantastbar wäre, ist anders als die Boni nicht gestrichen worden.

Ohne die Einsparungen aus den Tarifkonzessionen der Belegschaft müsste American Airlines nach eigenen Angaben Gläubigerschutz beantragen. Die Fluggesellschaft machte in den beiden vergangenen Jahren 5,2 Mrd. Dollar Verlust. Am Mittwoch wird AMR, die Muttergesellschaft von American, den mit Spannung erwarteten Bericht für das 1. Quartal dieses Jahres vorlegen. Im 4. Quartal 2002 gab es 734 Mill. Dollar Verlust.

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