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Pakistan warnt vor versehentlichem Krieg

Pakistan hat Indien zum Rückzug seiner Truppen an der Grenze in Kaschmir aufgefordert, um den versehentlichen Ausbruchs eines Krieges zu vermeiden.

dpa ISLAMABAD/NEU DELHI/WASHINGTON. "Pakistan hat Verteidigungsmaßnahmen ergriffen. Bis Indien seine Einheiten nicht zurückzieht, kann nicht ausgeschlossen werden, dass es aus Versehen zu einem Krieg kommt", sagte der Sprecher des Außenministeriums in Islamabad, Asis Ahmed Kahn, am Donnerstag. Indische Medien meldeten unterdessen die Verlegung von neuen pakistanischen Einheiten und unbemannten Spionageflugzeugen an die Trennlinie in Kaschmir.

Angesichts der Spannungen zwischen den beiden Atommächten reist US-Außenminister Colin Powell am Dienstag nach Indien und Pakistan. Powell werde dort mit dem indischen Ministerpräsidenten Atal Behari Vajpayee und dem pakistanischen Militärmachthaber Pervez Musharraf zusammentreffen, sagte ein Sprecher des Außenministeriums. Der US-Außenamtschef will die Regierungen drängen, auf eine Entspannung der Lage hinzuarbeiten. Gleichzeitig wolle Powell die Zusammenarbeit mit Indien und Pakistan im Anti-Terror-Kampf verbessern.

Auslöser des jüngsten Konflikts war der Terrorangriff auf das indische Parlament vom 13. Dezember, bei dem 14 Menschen starben. Neu Delhi macht für den Anschlag radikale Moslemgruppen verantwortlich, die in Pakistan ihr Hauptquartier haben, und verlangt von Islamabad deren Zerschlagung. Die Atmosphäre zwischen beiden Staaten hatte sich nach dem Angriff bis zur Kriegsgefahr aufgeheizt. Die USA und Großbritannien bemühen sich intensiv um eine Entschärfung der Lage.

Die indische Nachrichtenagentur UNI berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, Pakistan habe zwei Dutzend unbemannte Spionageflugzeuge an der Trennlinie in Kaschmir neu stationiert. Außerdem hätten acht Regimente "Verteidigungsformationen" gebildet. Indien und Pakistan hatten an der Grenze ein massives Truppenaufgebot zusammengezogen, dass sich weiterhin gegenübersteht.

Es wird damit gerechnet, dass Pakistans Militärmachthaber Musharraf in den nächsten Tagen in einer Rede den Kampf gegen den Terrorismus ankündigt, wie es US-Präsident George W. Bush verlangt hatte. Indien könnte dann seine Forderungen für erfüllt erklären und den Rückzug der Truppenverstärkungen aus Kaschmir vorschlagen.

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