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Pakistanische Geistliche zu Gesprächen bei Taliban

Eine Delegation pakistanischer Geistlicher ist einer Agenturmeldung zufolge am Freitag in Afghanistan zu Gesprächen mit der Taliban-Regierung eingetroffen, um eine Auslieferung des Extremisten Osama bin Laden zu erreichen. Wie die in Pakistan ansässige Nachrichtenagentur AIP meldete, wurde die Delegation von dem Taliban-Botschafter in Pakistan, Mullah Abdul Salaam Saeef, begleitet.

rtr ISLAMABAD/NEW YORK. Die USA machen Bin Laden für die Anschläge in New York und Washington verantwortlich, bei denen mehr als 6000 Menschen ums Leben kamen. In New York beriet der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UNO) über einen Resolutionsentwurf der USA, wonach die Vermögen mutmaßlicher Attentäter und deren Hintermänner eingefroren werden sollen.

Die Delegation sollte in der südafghanischen Stadt Kandahar mit Taliban-Vertretern zusammenkommen. Dort befindet sich auch das Hauptquartier des Taliban-Anführers Mullah Mohammad Omar. Aus Parteikreisen in Pakistan verlautete, die Delegation werde sich um die Beilegung der Krise bemühen. Die Geistlichen würden bei den Taliban erheblichen Respekt genießen.

Omar hatte eine Auslieferung Bin Ladens zunächst abgelehnt und Beweise für dessen Verwicklung in die Anschläge in den USA gefordert. Später hatten die Taliban erklärt, Bin Ladens Aufenthaltsort nicht zu kennen. Ein Rat moslemischer Gelehrter der Taliban hatte Bin Laden in der vergangenen Woche nahe gelegt, das Land freiwillig zu verlassen. Der Informationsminister der Taliban, Kudrutullah Jamal, sagte Reuters, er nehme an, dass Bin Laden den Spruch den Gelehrten erhalten habe. Er sei durch einen Boten überbracht worden, der einige Zeit gebraucht habe, Bin Laden zu finden. Da der Bote noch nicht zurückgekehrt sei, könne er jedoch nicht mit Sicherheit sagen, dass Bin Laden das Dekret erhalten habe.

Bin Laden leitet die Organisation El Kaida (Die Basis), der eine Reihe von Anschlägen zur Last gelegt wird. Die USA haben Vergeltungsangriffe gegen Staaten angekündigt, die den Terrorismus unterstützen oder Terroristen Unterschlupf gewähren.

Rolle der UNO im Kampf gegen Terrorismus stärken

Der Resolutionsentwurf der USA sieht weitere Maßnahmen vor, die Rolle der UNO bei der Bekämpfung des Terrorismus zu stärken. Es sollen für alle Mitglieder verbindliche Regelungen für Einwanderungs- und Auslieferungsbestimmungen, für den Austausch geheimdienstlicher Informationen und bei der Verfolgung von Tätern und Gruppen festgelegt werden, die möglicherweise mit den Anschlägen in Verbindung stehen. In der Resolution wird auch die Beschaffung von Geldern, die der Ausführung von Terrorakten dienen, kriminalisiert. Außerdem wird gefordert, dass Länder denjenigen, die terroristische Aktionen planen, finanzieren, unterstützen oder ausführen keinen Unterschlupf bieten dürfen und sie strafrechtlich verfolgen müssen.

Die US-Regierung hofft auf eine Verabschiedung der Resolution möglichst noch vor Beginn der Anti-Terror-Debatte der UNO-Vollversammlung am Montag. Die Übrigen ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates, Russland, China, Großbritannien und Frankreich, hatten bereits ihre Zustimmung signalisiert.

Wegen der Anschläge wurde das vom 6. bis 9. Oktober geplante Treffen der überwiegend aus ehemaligen britischen Kolonien bestehenden Commonwealth Organisation in Australien verschoben. Der australische Ministerpräsident John Howard sagte am Freitag, nach der Absage Großbritanniens, Kanadas und Indiens mache ein Treffen wenig Sinn. Der Gipfel der Staats- und Regierungschefs aus 45 Staaten solle Anfang kommenden Jahres stattfinden.

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