Palästinenser begehen "Tag der Katastrophe"
Israels Armee wegen Staatsgründungstag in Alarmbereitschaft

Israel hat aus Anlass des 53. Jahrestags seiner Staatsgründung die Armee in erhöhte Bereitschaft versetzt. Der Armeerundfunk berichtete am Dienstag, die Militär- und Polizeiführung rechne mit Anschlägen, Granatenangriffen und gewaltsamen Zusammenstößen mit Palästinensern.

afp JERUSALEM. Die Palästinenser bezeichnen die Gründung des Staates Israel am 15. Mai 1948 als "el Nakba", den Tag der "Katastrophe". An den Straßensperren am Übergang zwischen Israel und den Autonomiegebieten verstärkten Polizei und Armee ihre Präsenz. Der israelische Vize-Innenminister Gidon Esra kritisierte den von der Palästinensischen Autonomiebehörde ausgerufenenen Streik an den Schulen. Die Folge sei, dass Tausende von Schulkindern auf der Straße seinen "mit all den damit verbundenen Gefahren".

Die Palästinenser begehen die "große Katastrophe" zu einem Zeitpunkt erhöhter Spannungen in der Region. Bei einem der blutigsten israelischen Angriffe seit dem Beginn des Palästinenseraufstands vom September 2000 waren in der Nacht zum Montag sieben Palästinenser getötet worden, unter ihnen fünf Polizisten.

Die israelische Regierung wollte am Dienstag ihre offizielle Antwort auf den vorläufigen Bericht der Mitchell-Kommission über die Ursachen der Gewalt im Nahen Osten bekannt geben. Die palästinensischen Führung hatte den Bericht bereits als «sehr positiv» bezeichnet. Auch der israelische Außenminister Schimon Peres hatte den Bericht vor einigen Tagen begrüßt, während Ministerpräsident Ariel Scharon Vorbehalte signalisierte. Die Kommission unter dem Vorsitz des früheren US-Senators George Mitchell fordert Israel in ihrem Bericht auf, den Bau aller Siedlungen auf palästinensischem Gebiet zu stoppen. Ein Entwurf des Texts war den Konfliktparteien in der vorletzten Woche zugegangen.

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