Archiv
Palästinenser beharren auf „Road Map“

Einen Tag vor der Nahostreise von US- Außenminister Colin Powell haben die Palästinenser auf die Realisierung des internationalen Friedensfahrplans für die Region gedrungen. Die so genannte Road Map müsse bis Ende nächsten Jahres verwirklicht werden.

dpa RAMALLAH. Einen Tag vor der Nahostreise von US- Außenminister Colin Powell haben die Palästinenser auf die Realisierung des internationalen Friedensfahrplans für die Region gedrungen. Die so genannte Road Map müsse bis Ende nächsten Jahres verwirklicht werden.

Das sagte der palästinensische Ministerpräsident Ahmed Kureia am Samstag in Ramallah. Er bekräftigte seine Forderung, ein eigener palästinensischer Staat müsse, wie im Friedensfahrplan vorgesehen, noch bis Ende 2005 ausgerufen werden. Kureia wies die Aussage von US-Präsident George W. Bush zurück, der erst 2009 oder sogar später einen palästinensischen Staat für möglich hält.

Weitere vier Jahre gäben Israel mehr Zeit, "palästinensisches Land zu konfiszieren", sagte Kureia. Powell reist an diesem Sonntag in die Region, um nach dem Tod von Palästinenserpräsident Jassir Arafat den Friedensprozess wiederzubeleben. Der EU-Nahostbeauftragte Marc Otte sagte nach einem Gespräch mit Kureia, es gebe jetzt gute Chancen für eine Wiederaufnahme des Friedensprozesses.

Im Rahmen einer diplomatischen Offensive haben sich für die nächsten Tage auch seine Amtskollegen aus Russland, Großbritannien und Spanien angesagt. Bundesaußenminister Joschka Fischer will Anfang Dezember in die Region reisen. Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon hatte zuvor seine Vorbedingungen für Verhandlungen gelockert und damit Hoffnungen auf einen Neubeginn geweckt. Als ersten Schritt forderte er ein Ende der anti-israelischen Propaganda und Veränderungen im Erziehungssystem der palästinensischen Schulen, wo zum Hass gegen Israel aufgestachelt werde. Bisher hatte Scharon die Auflösung und Entwaffnung radikaler Palästinensergruppen als Voraussetzung für neue Gespräche verlangt.

Für eine Stabilisierung der Lage in den Palästinensergebieten muss die internationale Unterstützung laut dem UN-Palästinenserhilfswerk (Unrwa) verstärkt werden. Mehr als zwei Drittel der Palästinenser lebten in Armut, sagte der Unrwa-Chef Peter Hansen in einem dpa- Gespräch. Nach Arafats Tod würde humanitäre Hilfe der neuen Führung bei einer Stabilisierung unterstützen. Die eigenen Reserven der Menschen seien erschöpft.

In den Palästinensergebieten begann am Samstag mit der Registrierung der Kandidaten die erste Phase der Präsidentenwahl am 9. Januar. Zwölf Tage lang können Palästinenser über 35 Jahre ihre Bewerbung für das Amt anmelden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%