Palästinenser: "Ekelhafter Mord an unschuldigen Kindern"
Palästinensische Kinder bei Spiel mit Granate getötet

Fünf palästinensische Kinder sind am Donnerstag im Gaza-Streifen beim Spielen mit einem Blindgänger getötet worden. Die Panzergranate sei innerhalb der vergangenen beiden Tage abgeschossen worden und von den Jungen auf dem Weg zur Schule im Flüchtlingslager Chan Junis entdeckt worden, teilte der palästinensische Verbindungsoffizier für den südlichen Gaza-Streifen, Chaled Abu el Ula mit.

Reuters GAZA-STADT. Er machte Israel verantwortlich, weil die Armee regelmäßig Wohngebiete von Palästinensern beschieße. Die Europäische Union (EU) unternahm einen ersten Schritt zur Vorbereitung eventueller Wirtschaftssanktionen gegen Israel.

Die Jungen seien zwischen sieben und 14 Jahre alt gewesen, sagte El Ula. Einer von ihnen habe offenbar gegen die Granate getreten. Der Blindgänger sei losgegangen und habe ihn, seinen Bruder und zwei Kameraden getötet. Später wurde am Explosionsort eine weitere Kinderleiche gefunden. Zunächst war El Ula davon ausgegangen, dass die Kinder von einem israelischen Panzer beschossen worden seien. Seit Beginn des Palästinenser- Aufstandes vor mehr als einem Jahr wurden Angaben des Kinderhilfswerkes der Vereinten Nationen (UNICEF) zufolge fast 200 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren getötet, davon 170 palästinensische und 27 israelische. Rund 7000 Kinder seien verletzt worden, darunter 50 israelische.

Die Europäische Komission kündigte in Brüssel an, am Freitag die Importeure israelischer Waren vorsichtshalber zur Rücklage von Finanzmitteln aufzufordern, die sie möglicherweise für Strafzölle auf die Waren bräuchten. Die EU diskutiert seit längerem Sanktionen gegen Güter, die in jüdischen Siedlungen hergestellt werden. Vor allem Deutschland und Großbritannien sind gegen eine solche Maßnahme. Die jüdischen Siedlungen liegen in den Palästinenser-Gebieten, die Israel 1967 erobert hat und seither besetzt hält.

US-Präsident George W. Bush bekräftigte in Washington die Ankündigung der USA, sich verstärkt für eine Vermittlung im Nahen Osten einzusetzen. Er traf den Nahost-Experten William Burns sowie den ehemaligen Kommandeur der US-Streitkräfte in der Region, Anthony Zinni, und den US-Diplomaten Aaron Miller. Die drei sollen am Wochenende in den Nahen Osten reisen. Zugleich lud Bush Israels Ministerpräsident Ariel Scharon ein, seinen im November abgesagten Besuch in den USA vom 3. bis 4. Dezember nachzuholen. Die Einladung sei Teil der Bemühungen Bushs, den Friedensprozess zu fördern, teilte das US-Präsidialamt mit.

Israel beschuldigte die Palästinenser abermals, Anschläge vorzubereiten, und schloss in der Nacht Büros palästinensischer Sicherheitskräfte in Ost-Jerusalem. Mit dem Einsatz habe die Armee "terroristische Aktionen" verhindert, teilte ein Armeesprecher mit. Die Büros am Stadtrand seien illegal gewesen.

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