Palästinenser erschossen
Neue Gewalt in Gaza nach Sicherheitsgesprächen

Die Gesprächsrunde zwischen Israelis und Palästinensern über ein Ende der Gewalt ist Ergebnislos verlaufen. Kurze Zeit später wurde ein 37-Jähriger Palästinenser von israelischen Soldaten erschossen.

dpa/rtr/ap GAZA. Wenige Stunden nach einem Treffen der Sicherheitsexperten Israels und der Palästinenser ist am Donnerstagmorgen die Gewalt in den Palästinensergebieten wieder aufgeflammt. Nahe der jüdischen Siedlung Gusch Katif im Gazastreifen wurde ein 37-jähriger Palästinenser nach palästinensischen Angaben von israelischen Soldaten erschossen und ein zweiter verletzt. Zuvor hatten militante Palästinenser vier Panzerfäuste auf jüdische Siedlungen abgefeuert, ohne Schaden anzurichten.

Die Gesprächsrunde zwischen Israelis und Palästinensern über ein Ende der Gewalt war zuvor ohne Ergebnis beendet worden. Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon drohte damit, er werde Truppen in die Palästinensergebiete schicken, wenn die Unruhen weiter anhielten. Es gebe aber keine neuen Besatzungspläne, sagte Scharon.

Die Gespräche zwischen den Konfliktparteien am Mittwochabend sind palästinensischen Regierungskreisen zufolge auf Bitte der USA zu Stande gekommen. "Wir haben die israelische Seite aufgefordert, die Belagerung und Abschottung der Palästinenser- Städte im Westjordanland und im Gaza-Streifen zu beenden", sagte der palästinensische Sicherheitschef Abdel-Rasek el Madschajdeh. Eine neue Gesprächsrunde könnte Anfang nächster Woche stattfinden, hieß es aus Palästinenserkreisen.

Scharon sagte in einem Interview, Arafat beginne zu verstehen, dass es bei einer Fortsetzung der Gewalt keine Verhandlungen gebe. "Meiner Meinung nach ist es möglich, mit Optimismus nach vorn zu blicken", ergänzte er. Dennoch sei es für ihn klar, dass "Arafat kein Freund Israels" sei.

Der Sonderbeauftragte der Vereinten Nationen (UNO), Terje Roed-Larsen, warnte davor, dass die Gewalt außer Kontrolle geraten könnte. Die Regierungen der USA und Russlands haben Israelis und Palästinenser in einer gemeinsamen Erklärung aufgefordert, die Feindseligkeiten zu beenden. Beide Seiten sollten aufeinander zugehen, um eine friedliche Lösung zu finden. Seit Beginn des Aufstandes im vergangenen September starben über 450 Menschen, hauptsächlich Palästinenser.

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