Palästinenser müssen übermäßig lange in Untersuchungshaft verbleiben
Amnesty wirft Israel Zunahme von Folter und Brutalität vor

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (ai) hat Israel wachsende Brutalität und Folter gegenüber Palästinensern vorgeworfen. Während einer Anhörung vor dem Anti- Folter-Komitee der Vereinten Nationen sagten Vertreter der Organisation am Dienstag in Genf, es gebe eindeutige Anzeichen für Folter bei Verhören in israelischen Gefängnissen, obwohl der oberste Gerichtshof in Israel dies 1999 verboten habe.

dpa GENF. Zu den Methoden gehörten Schlafentzug, das Sitzen in schmerzhaften Stellungen sowie das Tragen von schmerzhaften Handschellen. Amnesty prangerte weiterhin an, dass festgenommene Palästinenser oft mehr als 20 Tage in Untersuchungshaft blieben, ohne dass sie einen Anwalt oder ihre Familien informieren könnten. In dem Bericht wird weiterhin die Straffreiheit für Mitglieder der Sicherheitskräfte nach Übergriffen kritisiert.

Amnesty forderte das Anti-Folter-Komitee auf, die Zerstörung palästinensischer Häuser als grausame, unmenschliche und entwürdigende Behandlung zu erklären. Im vergangenen Jahr seien in den besetzten Palästinenser-Gebieten mehr als 500 Häuser zerstört worden. Auch andere Kollektivstrafen wie die Abriegelung von Städten und Dörfern, die Verweigerung der Bewegungsfreiheit für Palästinenser und lange Ausgangssperren sollten darunter fallen.

Das Anti-Folter-Komitee will seinen Bericht sowie Empfehlungen am Freitag vorlegen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%