Palästinenser rufen zum Widerstand auf
Israelische Armee rückt in Nablus ein

Israelische Panzer und Schützenpanzerwagen sind Mittwochnacht in Nablus im Westjordanland eingerückt. Unterdessen wurden die Palästinenser zum Widerstand gegen Israel aufgerufen.

Reuters NABLUS. Israelische Panzer und Schützenpanzerwagen sind Mittwochnacht in Nablus im Westjordanland eingerückt. Nach Angaben eines Krankenhauses wurde bei Gefechten in der Altstadt eine 53-jährige Palästinenserin getötet. Zudem kreisten israelische Armee-Einheiten drei bei Nablus gelegenen Flüchtlingslager ein. Palästinenser leisteten nach Augenzeugenberichten heftigen Widerstand.

Die israelische Armee übernahm mit Panzern auch die Kontrolle in Dschenin und Salfit. Sie erklärte Dschenin zur Sperrzone. Dort und in Salfit fiel der Strom aus.

In Bethlehem verschanzten sich weiterhin etwa 200 Palästinenser in der Geburtskirche. In israelischen Sicherheitskreisen hieß es, man verhandele über einen Abzug der Palästinenser. Es gebe den strikten Befehl, die Kirche nicht anzugreifen oder zu beschießen. In der Stadt durchkämmten Fallschirmjäger Straße für Straße.

Eine Sprecherin des US-Außenministeriums sagte, in Bethlehem hätten neun US-Amerikaner aus einem Hotel evakuiert werden können. Zudem hätten sechs Italiener, vier Briten und ein Japaner mit Hilfe der israelischen Armee nach Jerusalem gebracht werden können.

Bei Gefechten in der Palästinenser-Stadt Dschenin starben nach palästinensischen Angaben sechs Menschen, darunter ein 13-jähriger Junge. Nach israelischen Angaben wurde ein Soldat getötet.

Seit Beginn des Aufstands der Palästinenser im September 2000 sind mindestens 1 154 Palästinenser und 405 Israelis getötet worden.

Palästinenser-Aufruf zum Widerstand

Die Palästinensische Autonomiebehörde hat alle Palästinenser aufgerufen, alle Kräfte für einen anhaltenden Kampf gegen den Einmarsch Israels in den palästinensisch-verwalteten Gebieten im Westjordanland einzusetzen. In einer Erklärung der Autonomiebehörde, die von der Nachrichtenagentur WAFA am Mittwoch übermittelt wurde, warfen die Palästinenser den USA zudem vor, Israels "kriminelle Aggression" zu unterstützen und forderten die USA auf, Israel in seine Schranken zu weisen.

Die Außenminister der Europäischen Union wollen eine hochrangige Delegation in den nahen Osten schicken, um die Umsetzung der jüngsten Resolution der Vereinten Nationen (Uno) zu fordern, der zufolge die israelische Armee aus den besetzten Gebieten abziehen soll. Zudem wollen sie Zugang zu Arafat erwirken. Dies entschieden sie in einer Dringlichkeitssitzung in Luxemburg am Mittwochabend. In New York sollte der Weltsicherheitsrat zum vierten Mal innerhalb von sechs Tagen über die Lage im Nahen Osten beraten, verschob die Beratungen jedoch auf den heutigen Donnerstag.

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