Palästinenser sehen "gefährliche Eskalation"
Israel kündigt härteres Durchgreifen gegen Gewalttäter an

Das Kabinett beschloss einen verschärften Sicherheitsplan, mit dem Palästinensern der Zutritt auf israelisches Gebiet weiter erschwert werden soll. Außenminister Peres bestritt, dass im Westjordanland eine größere Militäroffensive bevorsteht.

afp JERUSALEM/GAZA. Nach dem jüngsten Selbstmordanschlag will Israel noch härter gegen mutmaßliche palästinensische Gewalttäter vorgehen. Das israelische Sicherheitskabinett unterstützte am Mittwoch das "Abfangen von Terroristen", wie der Rundfunk meldete. Die Regierung werde handeln, um "jedes Attentat zu vereiteln", sagte Regierungschef Ariel Scharon. Demnach beschloss das Kabinett auch einen verschärften Sicherheitsplan, mit dem Palästinensern der Zutritt auf israelisches Gebiet weiter erschwert werden soll. Außenminister Schimon Peres bestritt unterdessen, dass im Westjordanland eine größere Militäroffensive bevorsteht. Die Palästinenser sprachen von einer "gefährlichen Eskalation".

Der Plan des Chefs des nationalen Sicherheitsrats, Usi Dajan, sieht vor, die Zugänge zu den Autonomiegebieten künftig noch schärfer zu überwachen. Palästinensern, die sich unerlaubt auf israelischem Staatsgebiet aufhalten, und Israelis, die sie illegal beschäftigen, drohen demnach hohe Strafen. Das Sicherheitskabinett unterstützte ausdrücklich das harte Vorgehen gegen mutmaßliche Gewalttäter, wie der Rundfunk meldete. Seit November tötete Israel etwa vierzig Palästinenser gezielt wegen angeblicher "terroristischer Aktivitäten". Mit den Beschlüssen reagierte das Kabinett auf das Selbstmordattentat von Binjamina vom Montagabend. Dort hatte ein Palästinenser sich selbst und zwei israelische Soldaten in die Luft gesprengt.

Spekulationen zurückgewiesen

Peres wies im britischen BBC-Rundfunk alle Spekulationen über einen bevorstehenden Angriff als "Fantasie" zurück. "Wir haben ein Problem mit Selbstmordanschlägen", sagte er. Zur Vorbeugung müsse Israel seine Truppen um palästinensisch kontrolliertes Gebiet verstärken.

Der palästinensische Kabinettsminister Achmed Abdelrachman sagte am Mittwoch, mit der Truppenverstärkung der Israelis würden die palästinensischen Friedensbemühungen zunichte gemacht. Die Autonomiebehörde hatte den israelischen Luftangriff auf Bethlehem, bei dem am Dienstag auch zwei Mitglieder der radikalislamischen Hamas-Bewegung starben, zuvor als "Kriegshandlung gegen die unschuldige palästinensische Bevölkerung" bezeichnet. Die Palästinenser sollten offenbar zu Reaktionen provoziert werden, die einen israelischen Generalangriff rechtfertigen würden. In Bethlehem, wo die vier Opfer des Luftangriffs am Nachmittag beigesetzt werden sollten, traten die Geschäftsleute als Zeichen der Trauer in einen Generalstreik.

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