Palästinenser sprechen von Exekution
Israels Armee tötet Fatah-Aktivisten

afp JERUSALEM/GAZA/KAIRO. Die israelische Armee hat am Mittwoch nach eigenen Angaben einen Fatah-Aktivisten erschossen und damit neuen Zorn der Palästinenser heraufbeschworen. Das gesuchte Mitglied der Organisation von Palästinenserpräsident Jassir Arafat hätte festgenommen werden sollen und sei mit drei anderen in einer Straßensperre erschossen worden, teilte die Armee mit. Der palästinensische Oberst Khaled Abu Ula sprach von einer "Exekution" von Zivilisten und warnte ebenso wie der bewaffnete Arm der Hamas-Bewegung vor Vergeltung. Arafat traf in Kairo unterdessen mit dem ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak zusammen, nachdem Ägypten wegen der israelischen Militärangriffe seinen Botschafter aus Tel Aviv zurückgezogen hatte.

Tödliche Schüsse auf Autofahrer

Schauplatz der tödlichen Schüsse auf die Autofahrer war die Straße zwischen den Orten Rafah und Chan Junes nahe der jüdischen Siedlung Morag. Zwei weitere Menschen wurden verwundet. Ein Armeesprecher teilte mit, die Insassen hätten das Feuer auf die Soldaten eröffnet. Nach palästinensischen Angaben beschossen hingegen die Soldaten die sechs Wageninsassen aus einem Hinterhalt. Beide Fahrzeuge seien von jeweils mehr als 100 Schüssen getroffen worden, teilte Abu Ula mit. Anschließend habe Israel sich geweigert, die Leichen herauszugeben. Seit Ende September wurden bei Zusammenstößen zwischen israelischen Soldaten und Palästinensern 262 Menschen - vor allem Palästinenser - getötet.

Sicherheitschef warnt Israel vor "Spirale der Gewalt"

Der Sicherheitschef im Gazastreifen, Mohammed Dahlan, warnte Israel vor einer neuen "Spirale der Gewalt". Der Angriff provoziere eine "Erwiderung des Volkes", sagte Dahlan. Der bewaffnete Arm der radikalislamischen Hamas-Bewegung drohte Israel mit Vergeltung, falls führende Palästinenser getötet würden. Die Opfer würden gerächt, ganz gleich, welcher palästinensischen Richtung sie angehörten, hieß es in einer Erklärung.

Rückkehr des ägyptischen Botschafters nach Ende der Gewalt

Mubarak machte unterdessen die Beendigung der Gewalt in den Autonomiegebieten zur Voraussetzung für die Rückkehr seines Botschafters nach Israel. Beide Seiten müssten an den Verhandlungstisch zurückkehren, forderte Mubarak nach Angaben von US-Verteidigungsminister William Cohen in Kairo. Am Dienstag hatte Ägypten wegen der Verschärfung der israelischen Angriffe seinen Botschafter aus Tel Aviv nach Kairo zurückbeordert. Mubarak erörterte die jüngste Entwicklung am Mittwoch bei einem Treffen mit Arafat.

Angriffe auf jüdische Siedlung

Auch am Mittwoch wurden aus den Autonomiegebieten wieder Angriffe und Schießereien gemeldet. In der jüdischen Siedlung Kfar Darom im Gazastreifen wurde ein Soldat verletzt, als seine Stellung von einer Granate getroffen wurde. Auch Militärstellungen in den Siedlungen Newe Dekalim und Gusch Katif sowie bei Rafah und nahe des Grenzübergangs Eres wurden nach israelischen Angaben in der Nacht beschossen. Nahe Gusch Katif zerstörte die Armee ein Gebäude, aus dem am Dienstag ein 18-jähriger Siedler erschossen wurde. Auch im Westjordanland seien Siedlungen in Beit El, Ofra und Psagot sowie Fahrzeuge beschossen worden.

Gazastreifen ohne Treibstoff

Unterdessen brach im Gazastreifen die Treibstoffversorgung zusammen, nachdem Israel am vergangenen Donnerstag den Nachschub gekappt hatte. Nach Angaben palästinensischer Behörden war die Lage am Mittwoch vor allem in den Krankenhäusern, den Bäckereien und beim Krankentransport kritisch.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%