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Palästinenser sprengt sich in die Luft

Bei einem neuen Selbstmordanschlag wurden zwei Polizisten verletzt. Es war das dritte derartige Attentat innerhalb einer Woche.

ap JERUSALEM. In Israel hat sich am Mittwoch der dritte Selbstmordanschlag innerhalb einer Woche ereignet. Nach Angaben der Polizei sprengte sich in Nordisrael unweit der Grenze zum Westjordanland ein Palästinenser in die Luft und verletzte dabei zwei Zivilbeamte des israelischen Staatssicherheitsdienstes Schin Bet. Wie es hieß, stürzte sich der Attentäter auf das Auto der beiden Beamten und zündete einen an seinem Körper befestigten Sprengsatz. Der Vorfall ereignete sich in der Nähe des Ortes Taibe. Das von Arabern bewohnte Dorf liegt 100 Meter von einem Grenzübergang zwischen Israel und dem palästinensischen Autonomiegebiet Tulkarem entfernt.

Laut einer Erklärung des Büros von Ministerpräsident Ariel Scharon, dem der Schin Bet direkt untersteht, befanden sich die beiden Beamten in einem dienstlichen Einsatz. Dem israelischen Rundfunk zufolge war der Attentäter ein palästinensischer Kollaborateur, der die beiden Beamten zu dem Treffen gelockt hatte.

Angesichts der jüngsten Selbstmordanschläge, von denen sich zwei in Jerusalem ereigneten, beriet die israelische Regierung am Dienstagabend über neue verstärkte Sicherheitsmaßnahmen für die Hauptstadt. Dabei legten Sicherheitsexperten Scharon einen Plan vor, der Palästinensern aus dem Westjordanland den Zugang nach Ostjerusalem und Arabern aus Ostjerusalem die Einreise nach Israel erschweren soll. Eine Entscheidung wurde nicht gefasst. In einer Erklärung wandte sich Scharon gegen eine räumliche Teilung Jerusalems. Der Plan müsse als Ganzes gesehen werden und die jüdischen sowie die arabischen Wohngebiete umfassen. Der Scharon vorgelegte Plan sieht dem Vernehmen nach Patrouillen, Zäune und Kontrollstellen zwischen den verschiedenen Stadtteilen und an der Grenze zum israelischen Hinterland vor.

In den israelischen Medien hieß es, Sicherheitsberater Uzi Dajan habe sogar den Bau einer elf Kilometer langen Mauer vorgeschlagen. Beobachter wiesen jedoch darauf hin, dass eine strenge Trennung der arabischen und jüdischen Wohnviertel unmöglich sei, da die Israelis seit 1967 einen Kranz jüdischer Siedlungen um den arabischen Ostteil der Stadt gebaut hätten.

Die fortgesetzten Anschläge auf Israelis haben den palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat in Zugzwang gebracht. Die USA und Israel werfen ihm vor, zu wenig gegen den Terror zu tun. UN-Generalsekretär Kofi Annan und die Außenminister der Europäischen Union stellten sich dagegen hinter Arafat und warnten vor einer Isolierung des palästinensischen Präsidenten. Annan sagte, man könne keine Friedensinitiativen von den Palästinensern erwarten, wenn man ihren Führer "bis zur Ohnmacht schwächt".

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