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Palästinenser streiten um Kandidaten für Arafat-Nachfolge

In der palästinensischen Fatah-Bewegung ist nach der Nominierung des PLO-Chefs Mahmud Abbas zum Präsidentschaftskandidaten offener Streit ausgebrochen.

dpa RAMALLAH/SCHARM AL-SCHEICH. In der palästinensischen Fatah-Bewegung ist nach der Nominierung des PLO-Chefs Mahmud Abbas zum Präsidentschaftskandidaten offener Streit ausgebrochen. Jüngere Fatah-Mitglieder kritisierten die Entscheidung ihres Zentralkomitees als undemokratisch und erklärten ihre Unterstützung für den in Israel inhaftierten Marwan Barguti.

Unterdessen versprach das internationale Nahost-Quartett den Palästinensern in der kritischen Übergangsphase nach dem Tod ihres Präsidenten Jassir Arafat Hilfe.

Die USA, Russland, die Europäische Union (EU) und die Vereinten Nationen (UN) sagten ausdrücklich Unterstützung für die Wahl am 9. Januar und die Bildung einer legitimen palästinensischen Führung zu. Das war nach Angaben aus westlichen Diplomatenkreisen das Ergebnis eines anderthalbstündigen Treffens der Gruppe am Dienstag am Rande der Irak-Konferenz im ägyptischen Scharm al-Scheich. Gleichzeitig sprach sich das Quartett erneut für die in seinem Friedensplan (Road Map) angelegte Zwei-Staaten-Lösung aus, die die Bildung eines Palästinenserstaates vorsieht.

Das 14-köpfige Fatah-Zentralkomitee, oberstes Gremium der Bewegung, hatte Abbas am Montagabend zu seinem Kandidaten für die Wahl ernannt. Die Fatah-Führung wolle die Kandidatur von Abbas der Bewegung aufzwingen, anstatt "einem demokratischen Weg zu folgen", sagte Kaddura Faris, Vertreter der jüngeren Generation. Ein Fatah - Sprecher wies den Vorwurf zurück. Abbas sei in einem demokratischen Verfahren nominiert worden, sagte er.

Am Donnerstag muss noch der größere Fatah-Revolutionsrat der Kandidatur von Abbas zustimmen. In diesem Gremium haben jüngere Mitglieder größeren Einfluss, die den 70-Jährigen als Vertreter der älteren Generation ablehnen.

Ein israelisches Gericht hatte Barguti im Sommer wegen Anschlägen auf Israeli zu fünf lebenslänglichen Haftstrafen und 40 Jahren Gefängnis verurteilt. Der 45-Jährige ist unter Palästinensern deutlich beliebter als Abbas, weil er einer der Anführer des zweiten Aufstandes gegen die israelische Besatzung (Intifada) war. Barguti hat eine Kandidatur für die Wahl bislang offen gelassen.

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