Palästinensische Polizeiwachen zerstört
Israelische Panzer rücken in Hebron ein

Israel ist am Montag mit Panzern in Hebron im Westjordanland eingerückt und hat fünf palästinensische Polizeiwachen der Spezialeinheit "Force 17" von Präsident Jassir Arafat zerstört.

ap HEBRON/JERUSALEM. Nach Angaben der israelischen Streitkräfte waren ihre Soldaten und die jüdische Siedlung Beit Haggai zuvor von Hebron aus beschossen worden. Es kam zu einem mehrstündigen Feuergefecht, bei dem neun Palästinenser verletzt wurden. In Jerusalem wurden die Sicherheitsvorkehrungen für die Maccabiah-Spiele verstärkt, einen Wettbewerb für jüdische Sportler.

Nach Militärangaben forderten israelische Kommandeure die Palästinenser in Hebron mehrfach auf, den Beschuss einzustellen. Erst danach habe der Vorstoß in die Stadt begonnen. Bereits am Donnerstag waren israelische Panzer kurzzeitig nach Hebron eingerückt, nachdem dort zwei jüdische Siedler erschossen worden waren. Augenzeugen beschrieben die Aktion am Montag als viel umfangreicher. Hebron ist als einzige Stadt im Westjordanland in israelische und palästinensische Zonen unterteilt. Israelische Soldaten kontrollieren das Stadtzentrum, wo 450 jüdische Siedler in drei Enklaven leben.

Der israelische Außenminister Schimon Peres hatte am Sonntag nach einem Treffen mit Arafat in Kairo erklärt, es gebe Hoffnung für den Waffenstillstand beider Seiten. Nach dem Einrücken der israelischen Streitkräfte in Hebron galt es jedoch als unwahrscheinlich, dass die vor einem Monat vereinbarte brüchige Waffenruhe hält.

In Jerusalem entdeckte die israelische Polizei unterdessen am Montag die Leichen von zwei Palästinensern. Nach Polizeiangaben wurden die Männer bei einer Explosion getötet. Offenbar hätten sie eine Bombe für einen Terroranschlag bauen wollen, der Sprengsatz sei aber vorzeitig explodiert, hieß es. Ihre Leichen wurden in der Nähe des Stadions gefunden, wo am Montag die Maccabiah-Spiele eröffnet werden sollten. Der Polizeichef der Stadt, Mickey Levi, erklärte, es werde untersucht, ob das Stadion das Ziel der Attentäter gewesen sei. Mehr als 1 000 Polizisten wurden für die Sportveranstaltung abgestellt, an deren Eröffnung auch der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon teilnehmen wollte.

Das israelische Kabinett billigte unterdessen einen Plan zum Bau neuer Siedlungen nahe des Gazastreifens auf Land, das die vorangegangene Regierung für einen Tausch mit den Palästinensern in Betracht gezogen hatte. Scharons Sprecher Raanan Gissin erklärte, der Plan sehe vor, in der Wüstenregion Halutza Sands jüdische Gemeinden anzusiedeln. Wann das Gebiet erschlossen werden soll und wie groß die geplanten Orte werden sollen, war zunächst nicht bekannt. Nach Medienberichten hatte der frühere Ministerpräsident Ehud Barak vorgeschlagen, das Gebiet den Palästinensern im Tausch für die israelische Übernahme jüdischer Siedlungen im Westjordanland zu geben.

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