Palästinensischer Geheimdienstoffizier bei Gaza getötet
Gewalt überschattet Vorbereitungen für Treffen Peres/Arafat

Die Vorbereitungen für ein Treffen zwischen dem israelischen Außenminister Schimon Peres und Palästinenserpräsident Jassir Arafat sind am Wochenende von neuer Gewalt überschattet worden. Im Gazastreifen wurde am Samstag ein palästinensischer Geheimdienstoffizier bei einem Bombenanschlag getötet, zu dem sich eine bislang unbekannte Palästinensergruppe bekannte. Israelische Soldaten erschossen in der Nacht zu Sonntag im Westjordanland zwei radikale Palästinenser.

afp JERUSALEM/ROM. Die Zusammenkunft zwischen Arafat und Peres solle so bald wie möglich und "sehr wahrscheinlich in Ägypten" stattfinden, sagte der italienische Außenminister Renato Ruggiero nach einem Gespräch mit Arafat am Rande der Rassismus-Konferenz in Durban. Peres betonte im israelischen Rundfunk, Israel sei nach wie vor an "produktiven" Gesprächen interessiert. Der palästinensische "Informationsminister" Jassir Abed Rabbo erklärte dagegen, erst müssten wesentliche Fragen geklärt werden.

Nach Peres' Worten werden die geplanten Gespräche mit Arafat in Absprache mit Regierungschef Ariel Scharon stattfinden. Der israelische Außenminister wird am Donnerstag zu einem Treffen mit seinem italienischen Kollegen Ruggiero in Rom erwartet. Dieser betonte laut Medienberichten vom Sonntag, das Treffen zwischen Peres und Arafat müsse sehr gut vorbereitet sein. Bei einem anderthalbstündigen Gespräch mit Scharon habe ihm der israelische Regierungschef zugesichert, die Zusammenkunft sei "seine Idee" und habe seine volle Unterstützung.

Rabbo dagegen warnte, ohne "wirkliche Vorbereitungen" gebe es keinerlei Erfolgschancen. Israel müsse seine Haltung zum Mitchell-Plan erläutern und seine "Anschläge" einstellen. Der ägyptische Präsident Husni Mubarak und der jordanische König Abdullah II. riefen Israel auf, die Friedenspläne von US-Vermittler George Mitchell und US-Geheimdienstchef George Tenet "umgehend" umzusetzen.

Zunächst hatte es geheißen, Peres und Arafat könnten sich kommende Woche im norditalienischen Cernobbio am Comer See treffen. Peres will am Freitag an einem internationalen Seminar in der Stadt teilnehmen, zu dem auch Arafat eingeladen ist.

Israel streitet "jegliche Verwicklung" ab

Der palästinensische Geheimdienstoffizier Tayssir Chattab war palästinensischen Angaben zufolge auf dem Weg zu seinem Büro in Gaza-Stadt, als sein Auto in die Luf flog. Er erlag im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Bei dem Anschlag wurden auch Chattabs Leibwächter und drei Passanten verletzt. Arafats Spitzenberater Nabil Abu Rudeina warnte, wenn Israel seine "Mordaktionen" fortsetze, werde die ganze Region explodieren. Zu dem Attentat bekannte sich die bisher unbekannte "Gruppe des Märtyrers Bilal el Ghul". Sie nannte den Getöteten einen Verräter, der "für lange Jahre dem zionistischen Feind gedient" habe. Israel stritt "jegliche Verwicklung" in den Vorfall ab.

Israelische Soldaten in Hebron eröffneten nach Armeeangaben das Feuer auf eine bewaffnete Palästinensergruppe, die einen Überfall auf das jüdische Viertel der Stadt geplant habe. Dabei seien zwei 22-jährige Männer getötet und mindestens ein Palästinenser verletzt worden. Am Freitagabend hatte die Armee zwei palästinensisch kontrollierte Viertel in Hebron besetzt.

Am Sonntagmorgen drang die israelische Armee in das Flüchtlingslager Chan Junes auf Autonomiegebiet vor. Nach palästinensischen Angaben richteten die Soldaten einen Militärstützpunkt inmitten des Lagers im Gazastreifen ein und zerstörten Wasserleitungen. Israelische Panzer beschossen nach palästinensischen Angaben zudem Ziele nahe der Stadt Rafah im Gazastreifen und zerstörten mehrere Häuser.

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