Palästinensischer Polizist wurde erschossen
Weiteres Opfer im Nahost-Konflikt

Über die Hintergründe am Tod eines palästinensichen Polizisten gibt es widersprüchliche Aussagen. Der Vorfall wird zurzeit untersucht.

ap JERUSALEM/NEW YORK. In den Palästinensergebieten hat die seit Monaten anhaltende Gewalt am Freitag ein weiteres Menschenleben gefordert. Ein palästinensischer Polizist wurde im Gazastreifen bei Kfar Darom nach Krankenhausangaben von fünf Kugeln getroffen und getötet. Ein Sprecher der Polizei erklärte, israelische Soldaten hätten das Feuer auf das Wohngebiet eröffnet. Ein israelischer Militärsprecher sagte hingegen, Soldaten hätten dort nicht geschossen. Der Vorfall werde untersucht.

Nahe eines Restaurant-Viertels bei Tel Aviv ging am späten Donnerstagabend eine Bombe hoch. Verletzt wurde niemand. Die Polizei erklärte, es könne sich um einen Anschlag von Terroristen handeln. An der Grenze zwischen dem nördlichen Gazastreifen und Israel wurden nach Militärangaben in der Nacht fünf Palästinenser abgefangen, die versucht hätten, illegal nach Israel zu gelangen.

Debatte über Stationierung von UN-Beobachtern

Im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen bahnt sich unterdessen eine neue Debatte über die Stationierung von UN-Beobachtern in den Autonomiegebieten an. UN-Generalsekretär Kofi Annan bekräftigte am Donnerstag, eine solche Entsendung sei ohne die Zustimmung Israels praktisch nicht möglich. Die Palästinenser erneuerten dagegen ihre Forderung an den Sicherheitsrat, der sich am (heutigen) Freitag mit dem Thema befassen will.

Zur Diskussion steht ein Kompromissvorschlag der vier europäischen Ratsmitglieder. In dem Entwurf werden internationale Beobachter nicht erwähnt. Stattdessen wird Annan aufgefordert, Israelis und Palästinenser hinsichtlich der Wiederaufnahme von Gesprächen zu beraten. Der palästinensische Vertreter bei den Vereinten Nationen, Nasser el Kidwa, wies den Vorschlag umgehend zurück. "Wir können damit keinesfalls einverstanden sein", sagte er.

Arafat fordert die USA auf, Druck auf Israel auszuüben

Die USA, die gegen die Entsendung von UN-Beobachtern sind, solange Israel dies ablehnt, zeigten sich dem Entwurf gegenüber offen. "Wir wollen etwas Positives und Konstruktives", sagte der amerikanische UN-Botschafter James Cunningham. Der palästinensische Präsident Jassir Arafat forderte am Freitag die USA auf, Druck auf Israel auszuüben, damit die Blockaden gegen die Autonomiegebiete aufgehoben würden. Die Maßnahmen richteten großen Schaden an, sagte Arafat nach Angaben eines Beraters in einem Telefongespräch mit US-Außenminister Colin Powell.

Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon erklärte unterdessen in der Zeitung "Maariv", Israel werde zunehmend aus Libanon bedroht. Iran liefere mit Unterstützung Syriens Raketen an Guerillas in Libanon, sagte Scharon in dem am Freitag veröffentlichten Interview. Die Reichweite der Raketen erstrecke sich bis ins Zentrum Israels. Scharon sprach von "einer sehr gefährlichen Entwicklung".

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