Palm kann in Europa Marktführerschaft noch einmal behaupten
Markt für Taschencomputer bricht ein

Wenn in den Unternehmen das Geld knapp wird, reicht statt "PDA" auch wieder das gute alte Notizbuch. Das mussten die Hersteller von Taschencomputern jetzt auch in Europa zur Kenntnis nehmen. Der Markt brach um fast 35 Prozent ein. Jetzt werden Privatkunden und Handynutzer ins Visier genommen.

pos DÜSSELDORF. Der Markt für Taschencomputer ist in Westeuropa regelrecht eingebrochen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum lieferten die Hersteller im dritten Quartal des Jahres laut Gartner Dataquest 34,5 % weniger der kurz PDA (Personal Digital Assistent) genannten Geräte an den Handel aus.

"Dieser Rückgang ist nach der Verlangsamung des Marktes in der ersten Jahreshälfte erwartet worden", versuchte Gartner-Analystin Roberta Cozza am Freitag in London, die Situation zu erklären. Die Läger der Händler seien noch voll mit Geräten aus den Vorquartalen, und wegen der sich rapide verschlechternden Wirtschaftsaussichten schrumpfe der Markt weiter.

Der Marktführer Palm Inc. konnte laut Gartner seine Führungsposition dabei noch einmal behaupten. Im Vergleich zum zweiten Quartal 2001 gewann das Unternehmen sogar 5,6 % hinzu. Die Kosten für Geräte mit Palm-Betriebssystemen liegen nach kräftigen Preissenkungen heute meist deutlich unter den Modellen der Konkurrenz mit Windows-Betriebssystem.

Die Compaq Computer Corp. konnte laut Gartner ihr enormes Wachstum mit den "iPAQ"-Produkten nicht fortsetzen. Der Marktanteil ging im Vergleich zum zweiten Quartal um 13,3 % zurück. Neben der Wirtschaftsflaute spielt hier wohl aber auch ein Modellwechsel eine Rolle: Potenzielle Käufer hätten auf die Geräte mit Microsofts neuem Betriebssystem für Taschencomputer (Pocket PC 2002) gewartet, sagt die Analystin. Spätestens Ende des Jahres würden die neuen Geräte in Europa den Kampf um Marktanteile zusätzlich anheizen.

Hersteller wie Handspring Inc., der größte Palm-Lizenznehmer, wollen sich aus diesem Kampf teilweise heraushalten und weichen in den Privatkundenmarkt aus. Für das erste Quartal (zum 29. September) musste Handspring jüngst einen Umsatzeinbruch um 13 % und einen Verlust von 0,28 $ pro Aktie hinnehmen. Die neuen Treo-Modelle, die Anfang 2002 auf den Markt kommen sollen, zielen als Internet-fähige Handy-Organizer klar auf Privatkunden. Damit legt sich Handspring mit Handyherstellern wie Nokia und Ericsson an, die ihrerseits einen Abschwung im Mobilfunkmarkt mit der Ausweitung der Produktpalette in den Organizermarkt abfedern wollen.

Martin Capel-Smith, Marketing-Chef bei Handspring, erwartet trotz der aktuellen Delle langfristig einen weiter wachsenden Markt für PDA. Der Rückgang der Auslieferungen gegenüber dem zweiten Quartal spiegele großteils auch das Abflauen des jüngsten Abbaus der Lagerbestände durch die Hersteller wider.

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