Palm legt zweistellig zu
Wall Street schließt mit Verlusten

Gegen Mittag hatten es die US-Märkte noch einmal ins Plus geschafft, doch der Aufschwung hielt nicht lange an. Zum Wochenschluss verlor der Dow Jones Index noch einmal 58 Punkte oder 0,5 % auf 10 421 Punkte. Die technologie-lastige Nasdaq zog es um 17 Zähler ins Minus auf 1 851 Punkte.

Damit hat die Wall Street eine weitere schwache Handelswoche hinter sich. In fünf Tagen haben die Blue Chips 1,8 % verloren, die Nasdaq ist um 1 % gefallen.

Den Dow Jones belasteten am Freitag die Aktien von McDonald?s und Boeing . Der Flugzeug- und Rüstungskonzern zeigte mit einem Minus von 3,5 % die schwächste Performance. Laut Wall Street Journal plant das Pentagon, die Ausgaben für neue Kriegs-Jets um 30 % zurückzufahren. Damit drohen Boeing Aufträge wegzubrechen. Auch die übrigen Unternehmen des zuletzt boomenden Rüstungssektors verloren.

Der Fast Food-Riese McDonald?s hatte derweil am Mittag gewarnt, die Quartalsergebnisse würden nur am unteren Ende der Prognosen liegen. Dabei ist nicht den Amerikanern die Lust auf Burger vergangen; die Japaner kaufen aus Angst vor dem Rinderwahn weniger Hamburger. Zudem vermiest der starke Dollar gegenüber dem Euro das Geschäft in Übersee. Die Aktie fiel um 3,2 %.

Nach zwei Tagen im roten Bereich erholte sich hingegen General Electric . Der Industrie-Multi hatte verloren, nachdem ein Fondmanager hohe ungedeckte Schulden moniert hatte. GE erklärte nun, man habe genügend Reserven, um alle Kreditverpflichtungen einhalten zu können. So sieht das auch die Credit Suisse First Boston: Die Analysten sagen, die jüngste Kritik habe sich wohl weniger auf GE selbst als auf die Bilanzierungstechniken in "Corporate America" bezogen. Sie setzen General Electric auf "zukaufen", die Aktie verbesserte sich um mehr als fast 1 %.

Unter Druck standen die Öl- und Ölförderkonzerne, die zum Wochenschluss von Salomon Smith Barney abgestuft worden waren. Nachdem die Unternehmen in den vergangenen zwei Monaten eine beeindruckende Rally hingelegt hatten, halten die Analysten die Papiere für überteuert. Salomon Smith Barney setzte die Bewertung für 14 Unternehmen des Sektors herab, darunter Schlumberger , Halliburton , ChevronTexaco und das Dow-Schwergewicht ExxonMobil.

Mit Verlusten gingen auch die Tech-Werte aus dem Handel. Während Microsoft und Intel den Dow belasteten, zog es an der Nasdaq die Aktien der Chip-, Soft- und Hardwarebranchen komplett ins Minus. Letztere leidet unter der unklaren Situation im Hinblick auf einen eventuellen Merger von Hewlett-Packard und Compaq. Nach wie vor ist nicht bekannt, wie die Aktionäre abgestimmt haben und ob ein Zusammenschluss der beiden Unternehmen den PC-Markt auf den Kopf stellt. Aktien von Hewlett-Packard gaben am Freitag 1,3 % ab, Compaq verlor 0,2 %.

"Lieber den Palm in der Hand", dachten sich Anleger daher und machten die Aktie des Herstellers von Taschencomputer zum der Tagessieger. Um 23 % legte die Aktie zu, nachdem das Unternehmen am Vorabend Quartalsergebnisse über den Erwartungen der Analysten gemeldet hatte. Vor allem der Verkauf wenig profitabler Geschäftsbereiche habe sich ausgezahlt und das Unternehmen verschlankt, sagen Analysten. JP Morgan stuft die Aktie auf "kaufen" auf.

Die Papiere der Chip-Zulieferer konnten sich unterdessen nicht im grünen Terrain halten. Das Management von Applied Materials hatte sich auf einer Analystenkonferenz positiv über die Aussichten von Unternehmen und Branche geäußert, doch Anleger sind eher pessimistisch. Applied Materials verlor 0,3 %, andere Ausrüster wie KLA-Tencor, Novellus und Teradyne gaben ebenfalls nach.

Trotz starker Ergebnisse im abgelaufenen Quartal verlor Nike 6 %. Der weltgrößte Fabrikant von Sportschuhen und-kleidern hat zwar den Gewinn im abgelaufenen Quartal um 30 % gesteigert und einen Gewinn über den Erwartungen der Experten ausgewiesen. Für die nächsten Monate sieht man allerdings eher Wachstumspotential als Wachstum - die Auftragslage ist schwach. Zwar blicken manche Analysten optimistisch in die Zukunft und empfehlen Nike den Schritt ins Niedrigpreissegment, doch verkauften Anleger die Aktie zunächst.

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