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Pamplona zieht Bilanz: 432 Verletzte bei der StierhatzDPA-Datum: 2004-07-14 13:29:53

Pamplona/Madrid (dpa) - Bei den traditionellen Stiertreiben im nordspanischen Pamplona sind in diesem Jahr 432 Menschen zumeist leicht verletzt worden. Für 52 Läufer endete die gefährliche Hatz jedoch im Krankenhaus, 16 von ihnen - 5 mehr als 2003 - wurden von den 600-Kilo-Kolossen auf die Hörner genommen und mussten notoperiert werden, wie die Rettungsdienste mitteilten. Bei dem letzten Lauf der Saison wurde am Morgen ein 43-jähriger Spanier ins Gesäß getroffen.

Pamplona/Madrid (dpa) - Bei den traditionellen Stiertreiben im nordspanischen Pamplona sind in diesem Jahr 432 Menschen zumeist leicht verletzt worden. Für 52 Läufer endete die gefährliche Hatz jedoch im Krankenhaus, 16 von ihnen - 5 mehr als 2003 - wurden von den 600-Kilo-Kolossen auf die Hörner genommen und mussten notoperiert werden, wie die Rettungsdienste mitteilten. Bei dem letzten Lauf der Saison wurde am Morgen ein 43-jähriger Spanier ins Gesäß getroffen.

Zwar waren unter den Opfern auch diesmal unerfahrene Touristen aus den USA, Australien oder Frankreich. Am schlimmsten traf es aber ausgerechnet einen Veteranen unter den Läufern, den Basken Julen Madina. Als sich bei der Hatz am Montag ein Menschenknäuel am Eingang zur Arena bildete, wurde der 49-Jährige gleich fünf Mal aufgespießt. «Ich spürte das Schnauben des Stieres im Nacken. Dann bohrte er mir eines seiner Hörner ins Hinterteil. Das tat ziemlich weh», schilderte er trocken seine Begegnung mit dem «Toro». Im nächsten Jahr will er aber wieder dabei sein. «Die Gefahr gehört dazu. Und kaum einer hat mehr Respekt vor den Tieren als ich. Schließlich habe ich schon drei Läufer sterben sehen.»

Bei dem traditionellen Spektakel werden jeden Morgen sechs Kampfstiere auf einer 825 Meter langen Strecke durch die engen Gassen der Altstadt bis in die Arena gejagt, wo sie abends von den Toreros getötet werden. Hunderte waghalsige junge Männer, die «mozos», rennen dabei vor den Tieren her. Als einzige «Waffe», um die Bullen von sich fern zu halten, ist eine zusammengerollte Zeitung erlaubt. Seit 1924 kamen 14 Teilnehmer ums Leben, der bislang letzte im vergangenen Sommer. Auch der 62-jährige Fermín Etxeberría war ein erfahrener Läufer gewesen.

Die «Sanfermines», wie die Feierlichkeiten zu Ehren von Pamplonas Schutzpatron San Fermín genannt werden, waren durch Ernest Hemingways Roman «Fiesta» (1926) weltberühmt geworden. Was er damals schrieb, hat für viele noch heute Bestand: «Man tanzte und trank unentwegt, und der Lärm nahm kein Ende. Das, was so passierte, konnte nur während einer Fiesta geschehen. Schließlich wurde alles ganz unwirklich, und es schien, als ob nichts während der Fiesta irgendwelche Folgen haben könnte.»

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