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Panikartige Verkäufe nach Nokia-Gewinnwarnung

Auf die überraschende Gewinn- und Absatzwarnung des weltgrößten Mobilfunkherstellers Nokia am frühen Dienstagnachmittag haben die Anleger am Neuen Markt mit panikartigen Verkäufen reagiert.

Reuters FRANKFURT. Die Blue Chips des Wachtstumssegmentes verdoppelten in nur wenigen Minuten ihre vorherigen Verluste und fielen um rund sechs Prozent. 48 der 50 Schwergewichte verloren am Dienstag an Wert. "So eine wichtige Firma wie Nokia zieht den gesamten Markt in den Keller", sagte ein Händler. "Der Markt ist einfach in einer desolaten Verfassung."

Von den Blue Chips gerieten besonders die Aktien des Herstellers von Mobiltelefonteilen Balda unter Abgabedruck, sie verloren knapp 16 Prozent auf 14,15 Euro. Die Telekommunikationstitel Carrier1 und MobilCom verloren 5,66 Prozent und 3,23 Prozent.

Der alle Werte umfassende Nemax-All-Share-Index gab bis zum Nachmittag 4,13 Prozent auf 1628 Punkte nach. Der Auswahlindex Nemax50 rutschte um 5,7 Prozent auf 1542 Zähler. Am Vortag hatten beide Indizes rund drei Prozent nachgegeben. Die Nasdaq hatte den Handel zwei Prozent leichter bei 2170 Punkten verlassen. Auf die Stimmung drückende Impulse kamen außerdem vom Nasdaq-Future, der kurz vor der Eröffnung der amerikanischen Computerbörse mit 47 Punkten im Minus tendierte.

Auf Grund von Nachrichten aus den Unternehmen standen Titel wie Fabasoft, Electronics Line und Augusta im Mittelpunkt des Interesses. Die Papiere der Beteiligungsgesellschaft Augusta verbilligten sich um knapp 17 Prozent auf 11,15 Euro. Das Unternehmen hatte am Nachmittag die Umsatz- und Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2001 auf Grund der Belastungen durch die Tochter Pandatel nach unten korrigiert. Augusta rechnet den Angaben zufolge nun für 2001 nur noch mit einem Umsatz von 316 statt 327,7 Millionen Euro und einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 27 statt der ursprünglich geplanten 37,9 Millionen Euro.

Auf der Gewinnerseite standen die Titel von Electronics Line, die sich um mehr als 15 Prozent auf 10,40 Euro verteuerten. Zuvor hatte die Gesellschaft bekannt gegeben, einen Großauftrag in der Höhe von 51,1 Millionen Euro mit einem nicht namentlich genannten Kunden abgeschlossen zu haben. Außerdem legten die Papiere von Fabasoft nach der Vorlage von Geschäftszahlen um mehr als 16 Prozent auf 2,40 Euro zu. Zuvor hatte das Unternehmen bekannt gegeben, im Geschäftsjahr 2000/01 einen Verlust vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 2,62 (Vorjahr plus 0,325) Millionen Euro erwirtschaftet zu haben. Dabei habe sich der Verlust im Vergleich zum Halbjahr jedoch verringert.

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