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Pannen bei Beginn der US-Präsidentenwahl

Mit ersten Pannen hat im US-Bundesstaat Florida die amerikanische Präsidentenwahl begonnen. Florida, das vor vier Jahren Schauplatz eines beispiellosen Wahlchaos war, gehört zu rund 30 US-Staaten, in denen Bürger ihre Stimme vorzeitig abgeben können.

dpa WASHINGTON. Mit ersten Pannen hat im US-Bundesstaat Florida die amerikanische Präsidentenwahl begonnen. Florida, das vor vier Jahren Schauplatz eines beispiellosen Wahlchaos war, gehört zu rund 30 US-Staaten, in denen Bürger ihre Stimme vorzeitig abgeben können.

Dies ist möglich, weil damit mögliche technische und andere Probleme rechtzeitig vor der Wahl am 2. November gelöst werden können. Bereits am Montag, dem ersten Tag der Wahl, kam es in drei bevölkerungsreichen Bezirken Floridas zu bis zu zwei Stunden langen Wartezeiten, nachdem die Datenverbindung zwischen Wahlbüros und der Wahlzentrale zusammengebrochen war.

In einem anderen Bezirk froren Computer eines elektronischen Wahlautomaten ein und mussten neu gestartet werden. Nach Angaben des "Miami Herald" verließen in einem Wahllokal viele Menschen die Stimmkabinen unverrichteter Dinge, weil ihnen beim Warten die Geduld ausging. Zum Teil lange Schlangen bildeten sich aber nicht nur wegen technischer Probleme: In vielen Wahllokalen wurde ein ausgesprochen starker Andrang festgestellt.

In zahlreichen der 30 Staaten konnten die Bürger bereits auch bei der vergangenen Wahl frühzeitig ihre Stimme abgegeben, aber in diesem Jahr wurde die Praxis ausgeweitet. Für Florida war es das erste Mal. Wie viele der Wahllokale in den Staaten mit der Möglichkeit vorzeitiger Stimmabgabe geöffnet sind, ist völlig unterschiedlich: Oft sind es nur wenige. In Duval County in Florida, dem größten Bezirk des Staates, trat am Montag (Ortszeit) der Leiter des Wahlbüros wegen angeblicher Gesundheitsprobleme zurück, nachdem er heftig kritisiert worden war, weil er nur ein einziges Wahllokal zur frühen Stimmabgabe geöffnet hatte. Auf den Bezirk richtet sich besonderes Augenmerk bei dieser Wahl: Vor vier Jahren waren hier 27 000 Stimmen vorrangig schwarzer Wähler für ungültig erklärt worden, was großen Wirbel ausgelöst hatte.

Zu den Staaten mit bereits geöffneten Wahllokalenwallokalen gehört auch Texas. In Houston reihte sich der frühere Präsident George Bush am Montag in die Reihe der Frühwähler ein und gab seine Stimme für seinen Sohn ab.

Der demokratische Bush-Herausforderer John Kerry warb zum Wahlauftakt in Florida erneut um Stimmen. Der Senator aus Massachusetts sagte am Montag in Tampa, die Amerikaner stünden vor einer "grundlegenden Entscheidung, einer Wahl des Lebens". Bush wollte am Dienstag ebenfalls in Florida um Stimmen werben.

Unterdessen ergab eine neue Umfrage der "Washington Post" einen Vorsprung von 50 zu 47 Prozent für Bush in der Gunst der "wahrscheinlichen" Wähler. Das deckt sich mit mehreren anderen vorausgegangenen Umfragen, denen zufolge Kerry trotz seines Erfolgs in drei Fernsehdebatten mit Bush nicht an seinem Kontrahenten vorbeiziehen, aber etwas zulegen konnte. Eine Erhebung hatte für Bush indessen sogar einen Vorsprung von acht Prozentpunkten ergeben.

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