Panzer in Dschenin und Jericho
Einigung auf Waffenstillstandsgespräche in Nahost

Nach einer telefonischen Intervention von US-Außenminister Colin Powell haben der israelische Außenminister Schimon Peres und der palästinensische Präsident Jassir Arafat ihre grundsätzliche Bereitschaft zu einem Treffen erklärt. Underdessen gab es wieder neue Kämpfe im Westjordanland.

ap JERICHO. Peres sagte am Donnerstag, eine vorläufige Einigung über die Aufnahme von Waffenstillstandsgespräche sei erreicht worden, es seien aber noch keine Details vereinbart worden.

Powell hatte zuvor mit dem israelischen Regierungschef Ariel Scharon und Arafat telefoniert. Nach Angaben des palästinensischen Kabinettministers Sajeb Erakat forderte Powell Arafat auf, sich so schnell wie möglich mit Peres zu treffen. Arafat habe seine Bereitschaft dazu bekundet.

Der israelischen Rundfunk meldete am Donnerstag, dass das erste Treffen bereits am kommenden Sonntag im Gazastreifen stattfinden. Das wurde bislang nicht offiziell bestätigt.Scharons Sprecher Raanan Gissin wollte keine Angaben über Details des Gesprächs Powells mit dem Ministerpräsidenten machen.

Seit Wochen gibt es Bemühungen um ein Treffen zwischen Arafat und Peres, das auf Grund der andauernden Gewalt bisher nicht zu Stande kam. Auf einer direkten Begegnung auf hoher Ebene ruhen Hoffnungen, einen Ausweg aus den blutigen Auseinandersetzungen zu finden. Am frühen Donnerstagmorgen rückten allerdings israelische Panzer und Bulldozer in Jericho und Dschenin im Westjordanland ein. Dabei kam es nach palästinensischen Angaben zu Feuergefechten, bei denen drei Palästinenser getötet wurden. In Dschenin zerstörten die Truppen die Reste des Hauptquartiers der Polizei, das sie bereits am Vortag angegriffen hatten. Neun weitere Menschen wurden verletzt.

Wieder Kämpfe im Westjordanland

In einer Erklärung der Armee hieß es, die Operation diene dazu, "terroristische Aktivitäten in der Region" zu beenden. Nach Angaben von Einwohnern drangen zwölf israelische Panzer nach Jericho ein. Lautsprecher der Moscheen forderten die Menschen auf, die Stadt gegen eindringende israelische Soldaten zu verteidigen. Erakat, der in Jericho wohnt, erklärte, nach Angaben palästinensischer Sicherheitskräfte seien 22 israelische Panzer und drei Planierraupen in die Stadt eingedrungen. Am Flüchtlingslager Ein Sultan seien zahlreiche israelische Soldaten aufgezogen. Erakat warf Israel vor, die Tragödie der Terroranschläge in den USA auszunutzen. "Sie glauben, dass die Aufmerksamkeit der Welt auf andere Orte gerichtet ist", erklärte Erakat. Der Einmarsch sei unprovoziert erfolgt. Aus beiden Städten rückten die Israelis am Vormittag wieder ab.

Bei einem weiteren Zwischenfall wurde nach Angaben der israelischen Armee am Mittwochabend eine Israelin von palästinensischen Schützen getötet. Am Donnerstag wurden daraufhin palästinensische Stellungen in Kalkilija und Salfit im Westjordanland zerstört.

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