Papa Pavel glücklicher Verlierer
Ferrero stoppt Agassis Super-Serie

Mit Sandplatz-Tennis der Extraklasse hat Juan Carlos Ferrero die Siegesserie von André Agassi gestoppt und das Halbfinale bei den French Open fast zur spanischen Landesmeisterschaft gemacht.

dpa PARIS. Trotz eines verstauchten Knöchels gewann der 22-Jährige am Donnerstag das am Vortag unterbrochene Viertelfinalmatch gegen den zehn Jahre älteren Amerikaner mit 6:3, 5:7, 7:5, 6:3 und zog als dritter Spanier nach Albert Costa und Alex Corretja in die Vorschlussrunde ein. Ferreros Gegner wurde anschließend im Duell zwischen dem langen Russen Marat Safin und dem kleinen Franzosen Sebastien Grosjean ermittelt.

Siegesserie beendet

Das Daumendrücken von Steffi Graf, die erneut auf der Tribüne des Court Philippe Chatrier Platz genommen hatte, half diesmal nichts. Nach zehn Siegen auf Sand in Serie musste Agassi erstmals wieder eine Niederlage einstecken und seinen Traum vom zweiten Paris-Triumph nach 1999 vorerst begraben. Der Spanier schaffte auch bei seinem dritten Auftritt im Stade Roland Garros den Sprung in die Runde der besten Vier. Trotz eines Handicaps. "Ich kann mich nicht hundertprozentig bewegen", hatte Ferrero vor dem Match gesagt. Die Knöchelverletzung hatte er sich in der vorigen Woche im Training zugezogen.

Corretja steht zum dritten Mal im Halbfinale des Grand-Slam- Klassikers im Pariser Bois de Boulogne. Der 28 Jahre alte Spanier gewann das am Dienstag unterbrochene Viertelfinalmatch gegen den Rumänen Andrei Pavel mit 7:6 (7:5), 7:5, 7:5. Damit kommt es am Freitag zum spanischen Semifinal-Duell zwischen Corretja und Albert Costa. Corretja hatte 1998 und 2001 sogar das Finale erreicht: Vor vier Jahren unterlag er seinem Landsmann Carlos Moya, im Vorjahr dem Brasilianer Gustavo Kuerten.

Pavel glücklicher Verlierer

Andrei Pavel war am Donnerstag der glücklichste Verlierer in der Geschichte der French Open, denn am Vorabend wurde der 28 Jahre alte Rumäne Vater eines Sohnes. Er hatte den völlig verregneten Tag genutzt, um mit dem Auto zu seiner Frau Simone nach Deutschland zu fahren, wo er allerdings erst gut eine Stunde nach der Geburt eintraf. Das Paar lebt mit seiner zweijährigen Tochter auf einem Bauernhof im ostwestfälischen Borgholzhausen. "Jeder Vater weiß, wie ich mich in diesem Moment gefühlt habe", sagte der stolze Papa, der nach wenigen Stunden Schlaf sein Viertelfinale gegen Corretja zu Ende spielen musste. Pavel war nicht richtig bei der Sache, aber schon nach 11 Minuten "Nachspielzeit" im dritten Satz war alles vorbei.

Der völlig verregnete Mittwoch hat die Zuschauer viel Nerven und die Veranstalter fast eine Million Euro gekostet. "Wir hatten etwas über 16 000 Zuschauer und Gesamteinnahmen von 925 000 Euro", erklärte Turnierdirektor Herve Dutreil auf einer Pressekonferenz. Weil am Mittwoch nicht mindestens zwei Stunden gespielt wurde, bekommen die Zuschauer das Geld für die Tickets erstattet; für den Ausfall kommt allerdings eine Versicherung auf.

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