Papier sackte auf Rekordtief
EM.TV-Aktie auf Talfahrt

Die Aktien des Filmrechtehändlers haben heute trotz hoher Umsätze weitere Kursverluste verbucht. Der Wert gab zeitweise mehr als 21 % auf bis zu 7,41 Euro ab und erreichte ein neues Rekordtief. Analystenprognosen

Reuters FRANKFURT. Die Aktien des am Frankfurter Neuen Markt notierten Filmrechtehändlers EM.TV AG haben am Dienstag bei hohen Umsätzen weitere Kursverluste verbucht. Die Investoren hätten das Vertrauen in das Papier verloren, sagte Steffen Krautwald, Händler beim Hamburger Bankhaus M.M. Warburg. Der Wert gab am Dienstag zeitweise mehr als 21 % auf bis zu 7,41 Euro ab und erreichte damit auf dem elektronischen Handelssystem Xetra ein neues Rekordttief. Bereits am Vortag war der Kurs massiv eingebrochen. EM.TV waren mit rund 40,5 Mill. gehandelten Aktien auf Xetra das umsatzstärkste Papier Handel vor der Deutschen Telekom und Daimler Chrysler.

EM.TV 3-Monatsverlauf

Bereits am Montag hatten die EM.TV-Aktien zeitweise mehr als 40 % an Wert verloren, nachdem das Unternehmen am vergangenen Freitag nach Börsenschluss seine Prognose für den Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) für das laufende Jahr auf rund 50 Mill. DM von zuvor geplanten 525 Mill. DM drastisch reduziert hatte.

Börsianer sagten am Dienstag, dass das Vertrauen des Marktes in die Gesellschaft unter der Prognosekorrektur des ehemaligen Lieblings am Neuen Markt stark gelitten habe. Ein Händler vermutete, dass insbesondere angelsächsische Fonds sich nun von ihren EM.TV-Beständen trennten. "Angelsächsische Fonds sind da recht gnadenlos, wenn das Vertrauen weg ist", sagte er. Kein Mensch wolle das Papier mehr haben, "die Musik ist da erstmal raus", fügte er hinzu.

Auch Steffen Krautwald geht angesichts des hohen Umsatzes mit den EM.TV-Aktien an der Börse davon aus, dass große institutionelle Anleger das Papier nun abgäben. Jedoch hielten sich seiner Einschätzung nach deutsche Fonds bei den Verkäufen zurück. "Die haben alles, was sie nicht mehr haben wollen schon rausgekehrt", sagte Krautwald. Er glaube nicht, dass deutsche Fonds beim derzeitigen Kursniveau noch Papiere verkauften. Vielmehr vermute er, dass unter den Verkäufern ausländische Fonds oder Spezialfonds seien, die Neue-Markt-Werte als "Beimischung" in ihren Portfolios gehabt hätten und sich nun komplett aus Deutschland verabschiedeten oder EM.TV-Papiere aus Ausweisgründen verkauften.

Am Montag hatte EM.TV den Einstieg der Mediengruppe Kirch in das Unternehmen bekannt gegeben. Kirch werde nach einer Kapitalerhöhung bis zu 16,74 % an EM.TV halten, hatte das Unternehmen mitgeteilt. Zudem übertrage EM.TV-Chef Thomas Haffa Kirch acht Prozent seiner Stimmrechte, so dass die Kirch-Gruppe eine Sperrminorität von 25 % erhalte.

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