Papiere von Hotelketten und Fluglinien unter Abgabedruck
US-Börsen nach Flugzeugabsturz schwächer

Der Absturz erinnere an den Anschlag vom 11. September und führe zu hektischen Verkäufen, sagten Aktienhändler. "Der Markt sah eigentlich in Ordnung aus, jetzt reagieren die Leute aber paranoid", sagte Lance Zipper vom Handelshaus Brean Murray.

Reuters/WSC NEW YORK. Die Ursache des Absturzes sei noch unklar. Dennoch reiche die Tatsache aus, um die Investoren stark zu verunsichern, sagte ein Händler. Der Dow-Jones-Index der amerikanischen Standardwerte fiel in den ersten beiden Handelsstunden um 1,7 % auf 9 441 Punkte. Die Technologiebörse Nasdaq büßte um 1,4 % auf 1 804 Punkte ein. Zeitweise hatte der Dow Jones rund zwei Prozent und die Nasdaq 2,5 % verloren.

Im frühen US-Handel standen besonders die Papiere von Hotelketten und Fluglinien unter Abgabedruck. Der S&P-Index der Hotels fiel zeitweise um rund fünf Prozent, der Index der Fluglinien sogar mehr als sechs Prozent. Die Aktien der Hilton Hotels gaben um rund sechs Prozent nach, zeitweise hatte das Papier aber sogar 29 % im Minus gestanden. Auch die Marriott-Aktien gaben rund sechs Prozent nach.

Die Titel von American Airlines, deren Maschine in New York abgestürzt ist, fielen um mehr als 14 % auf 15,50 Dollar. United Airlines gaben rund zwölf Prozent auf 9,60 ? nach. Je zwei Maschinen der beiden Fluggesellschaften waren am 11. September entführt worden.

Gegen den schwachen Trend des Gesamtmarktes legten die Aktien des Technologiekonzerns Ciena rund zwölf Prozent zu. Das Unternehmen hatte zuvor mitgeteilt, mit den Quartalszahlen vermutlich die Erwartungen des Marktes zu übertreffen.

Am 11. September waren insgesamt vier Flugzeuge von Luftpiraten entführt und zum Absturz gebracht worden. Zwei der Maschinen waren in die Zwillingstürme des World Trade Centers an der Südspitze Manhattans gerast und hatten diese zum Einsturz gebracht. Die Börsen waren daraufhin für den Rest der Woche Tage geschlossen geblieben. Die New York Stock Exchange (Nyse) in der Wall Street liegt ebenso wie die Nasdaq in der Nähe des World Trade Centers, unter dessen Trümmern immer noch tausende von Leichen liegen.

Einzelhändler melden Quartalszahlen

Vor dem Flugzeugabsturz hatte es am Morgen zunächst kaum Meldungen aus dem Unternehmens- und dem konjunkturellen Umfeld gegeben. Nach zuletzt hektischen Wochen, in denen fast alle Unternehmen im S&P 500 Quartalszahlen gemeldet hatten, und in denen die ersten Wirtschaftsdaten nach den Ereignissen des 11. September veröffentlicht worden waren, stehen in der laufenden Woche kaum spannende Meldungen an.

Lediglich die Einzelhändler werden am Dienstag in eine weitere Runde der Berichtssaison starten: Mit Wal-Mart, Home Depot, Federal Department Stores, Tiffany und Gap werden einige der größten Unternehmen des Sektors melden und ein klareres Bild des Konsumentenverhaltens im abgelaufenen dritten Quartal zeichnen. Im grünen Bereich scheinen die Ergebnisse bei Abercrombie & Fitch zu liegen. Eines der größten US-Modehäuser bekommt am Morgen ein Upgrade von den Analysten von Morgan Stanley, die das Papier auf "aggressiv kaufen" stufen.

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