Papiere werden in erster Linie über Makler gehandelt
Verhaltener Handelsauftakt für LSE-Papiere

Nach rund 200jährigem Bestehen ist die Londoner Börse am Montag selbst in den Wertpapierhandel aufgenommen worden

Reuters LONDON. Nach rund 200jährigem Bestehen ist die Londoner Börse am Montag selbst in den Wertpapierhandel aufgenommen worden. Mit einem Kurs von 28 Pfund wurde die London Stock Exchange (LSE) zum Handelsauftakt mit umgerechnet rund 2,6 Mrd. DM bewertet. Bis zum frühen Nachmittag gaben die Anteilsscheine allerdings bis auf 20 Pfund nach. Die Papiere der LSE werden nicht voll an der Börse gelistet, sondern in erster Linie über Makler gehandelt. Am Sonntag hatte die LSE mitgeteilt, Auktionsverfahren und Handelsresultate würden auf den Bildschirmen der großen Informationsdienstleister verfügbar sein.

Die LSE steht vor einer Fusion mit der Deutschen Börse AG. LSE-Chef Don Cruickshank sei weiterhin damit beschäftigt, bei Investoren um Zustimmung für die geplante britisch-deutsche Börsenfusion zur Großbörse iX zu werben, hatte es am Sonntag geheißen. Die Anteilseigner der LSE sollen auf einer außerordentlichen Hauptversammlung Mitte September über den Zusammenschluss mit der Frankfurter Börse abstimmen. 75 % der LSE-Gesellschafter müssen der Verschmelzung der Handelsplätze zustimmen, damit das Fusionsvorhaben auf den Weg gebracht werden kann.

Von den großen Brokerhäusern an der LSE wie Goldman Sachs und Merrill Lynch wurde bereits Zustimmung für das Zusammengehen mit der Deutschen Börse signalisiert. Vor allem bei kleineren und mittelgroßen Börsenmaklern muss die LSE jedoch noch weiter für das Fusionsvorhaben werben. Aus Marktkreisen verlautete hierzu, die führenden Investmentbanken, die für den Großteil des Handels an der LSE aufkommen, würden bis zur Abstimmung versuchen, weitere Aktienpakete zu erwerben. Dadurch würde ihr Gewicht in der entscheidenden Abstimmung zunehmen und ein Scheitern in letzter Sekunde unwahrscheinlicher.

Vor einer Woche hatten die LSE und die Deutsche Börse ihren Aktionären ein Informationspapier zur geplanten Großbörse iX vorgelegt und darin noch einmal Strategie und Marschroute für die Verschmelzung offengelegt. Viele Fragen gelten in Gesellschafterkreisen aber weiterhin als noch nicht geklärt. So hatte die britische Association of Private Client Fund Managers and Brokers Vorbehalte wegen fehlender Details zur Marktregulierung und zum künftigen Settlement-System angemeldet. Kleinere und mittlere Maklerhäuser befürchten zudem höhere Kosten aufgrund der Umstellung auf das deutsche Handelssystem Xetra.

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