Pareichefin pocht auf Zeitplan
Merkel und Südwest-CDU steuern auf Konfrontation zu

CDU-Chefin Angela Merkel und die baden-württembergische CDU steuern auf eine offen ausgetragene Konfrontation über die Kanzlerkandidatur der Union zu. Merkel pochte am Freitag unmittelbar vor Beginn eines Landesparteitags der Südwest-CDU auf ihre Planungen für die Kandidatenkür, die eine Entscheidung erst Anfang nächsten Jahres vorsehen.

Reuters BERLIN. Der Vorsitzende der Stuttgarter CDU-Landtagsfraktion, Günther Oettinger, forderte hingegen eine rasche Entscheidung und sprach von einer Mehrzahl der CDU-Mandats - und Funktionsträger im Südwesten, die statt Merkel CSU-Chef Edmund Stoiber vorzögen. Merkel wird am Samstag als Rednerin auf dem Landesparteitag in Rust erwartet.

Für den offiziellen Zeitplan gebe es weiter gute Gründe, sagte Merkel der "Stuttgarter Zeitung" (Freitagausgabe). "Entscheidend ist, dass eine Partei nur funktionieren kann, wenn Mehrheitsentscheidungen zum Schluss respektiert werden", mahnte die Vorsitzende. Oettinger sagte hingegen im Südwestrundfunk zum Zeitplan: "Ich glaube, die CDU Deutschlands hält nicht die Zeit bis März durch." Man müsse relativ rasch entscheiden, "mit welchen Frauen und Männern wir die jetzige Regierung ablösen wollen".

Oettinger schloss aus, dass Merkel und Stoiber allein entscheiden könnten, wer Kandidat werden solle. Es sei zumindest eine gemeinsame Entscheidung der Parteivorstände von CDU und CSU notwendig. Die Entscheidung werde zwischen Merkel und Stoiber fallen, obwohl auch der ebenfalls als möglicher Kandidat ins Gespräch gebrachte frühere CDU-Vorsitzende Wolfgang Schäuble geeignet sei. Eine Mehrzahl der CDU-Mandats - oder Funktionsträger im Südwesten halte für die Kandidatur eher Stoiber für geeignet denn Merkel.

Dem Landesparteitag liegt ein Antrag des Kreisverbandes Göppingen vor, Stoiber zur Kandidatur aufzufordern. Die Antragskommssion hat empfohlen, daraus eine Aufforderung an den Bundesvorstand zu machen, für den Bundesparteitag Anfang Dezember einen Vorschlag für das Verfahren zur Nominierung eines Kanzlerkandidaten zu machen.

Weiterhin schneidet Stoiber in Umfragen besser ab als Merkel. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid für den Nachrichtensender n-tv unter 1000 Bundesbürgern im Wahlalter sind 40 % der Befragten dafür, dass Stoiber als Herausforderer von Bundeskanzler Gerhard Schröder antritt. Schäuble kam auf 26 %, Merkel auf 24 %.

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