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Paris & Paris

Er: "Hallo, ich bin Paris" Sie: "Ich auch". So soll es angefangen haben, vor acht Jahren im Nachtklub des Hotels Gstaad Palace. Sie war damals 16, er 15 Jahre alt.

Er: "Hallo, ich bin Paris" Sie: "Ich auch". So soll es angefangen haben, vor acht Jahren im Nachtklub des Hotels Gstaad Palace. Sie war damals 16, er 15 Jahre alt. Seit Ende Mai sind sie verlobt: die Hotelerbin Paris (sprich: Päris) Hilton und Paris (sprich: Pahris) Latsis, ein Enkel des griechischen Tycoons Jannis Latsis. Nun steht die Hochzeit bevor - wenn das Paar nicht, wie es in Gerüchten heißt, bereits vergangenen Monat heimlich in Los Angeles geheiratet hat. "Paris Match" kalauerte die New Yorker Daily News.

Paris & Paris, dieses Thema verspricht auch der griechischen Regenbogenpresse über das Sommerloch zu helfen. Zur großen Freude der Gesellschaftsreporter brachte Pahris seine Päris jetzt nach Athen. Im Nachtklub Destijl kreuzte das Paar in Begleitung von nicht weniger als acht Bodyguards auf, berichtet das Athener Szene-Magazin Downtown. Während sich Pahris an einer Flasche Dom Perignon versucht habe, orderte Päris Wodka mit Ananassaft, erzählen Augenzeugen.

Auch die internationalen Klatschpostillen laben sich an der Romanze. Manche Gazetten ziehen bereits Parallelen zur Ehe des griechischen "Tankerkönigs" Aristoteles Onassis mit der US-Präsidentenwitwe Jackie Kennedy. Auch diesmal scheint viel Geld im Spiel zu sein. Der Latsis-Clan gilt als reichste Familie Griechenlands. Jannis Latsis, der 2003 verstorbene Begründer der Dynastie, eines von 17 Kindern einer armen Fischersfamilie, schaffte den Aufstieg vom Hafenarbeiter zum Großreeder. Seinem Sohn Spiros, einem in London ausgebildeten Wirtschaftswissenschaftler und Harvard-Professor,

hinterließ er ein weltumspannendes Firmenimperium: Banken und Baufirmen, Tanker und Raffinerien, Werften und die Fluggesellschaft PrivatAir, die unter anderem für die Lufthansa exklusive Businessclass-Flüge in die USA veranstaltet. Das US-Magazin Forbes taxiert den Chef des Latsis-Clans auf 7,5 Milliarden Dollar. Das reicht immerhin für den Platz 54 in der Hitparade der reichsten Männer der Welt.

Die Regenbogenpresse handelt Pahris als "Reederssohn" und "Milliardenerben". Tatsächlich aber ist der junge Mann, der eine Vorliebe für auffällige Tätowierungen hat, im Latsis-Clan allenfalls eine Randfigur. Eigentlich heißt er Paris Kasidokostas. Er entstammt der Ehe von Marianna Latsis, einer Tochter des verstorbenen Patriarchen Jannis Latsis, mit Grigoris Kasidokostas, einem Wasserskilehrer, der es bis zum Bürgermeister des Athener Küstenvororts Vouliagmeni brachte. Die Verbindung der Latsis-Tocher mit dem als Playboy geltenden Kommunalpolitiker stieß seinerzeit auf erbitterten Widerstand des Familienoberhaupts Jannis Latsis, der zeitweilig sogar drohte, seine Tochter zu enterben. Nach fünf Jahren wurde die Ehe 1987 geschieden.

Während des kürzlichen Athen-Besuchs hatte Pahris Gelegenheit, Päris seiner Familie vorzustellen. Das Treffen soll allerdings nicht besonders harmonisch verlaufen sein. Päris habe beklagt, die Unterhaltung im Familienkreis habe sich nur um Themen gedreht, "die ein Mädchen in meinem Alter gar nicht interessieren", nämlich "Kunst und Bücher". Auch seitens der Familie Latsis halte sich die Begeisterung über die Verbindung der beiden jungen Leute sehr in Grenzen, berichten Insider. Das Oberhaupt Spiros Latsis (58) meidet die Öffentlichkeit. Ihm dürfte es zuwider sein, dass seine Familie nun fast täglich in den Klatschpostillen auftaucht. Auf eine Einladung an Bord der neuesten Latsis-Megayacht, die schon Ex-Präsident George Bush samt Familie und den ewigen Thronfolger Prinz Charles mit seiner Camilla beherbergte, wird Päris deshalb wohl vergeblich warten. Das 130 Meter lange Luxusschiff heißt übrigens auch "Paris& quot; - nach dem Sohn des Priamos, nicht dem des Kasidokostas.

Gerd Höhler
Gerd Höhler
Handelsblatt / Korrespondent Südosteuropa
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