Pariser Aktienmarkt an der Spitze
Europas Börsen: Nokia beflügelt

Die wichtigsten europäischen Aktienbörsen haben am Dienstag überwiegend fester geschlossen. Das Geschäft in den europäischen Standardwerte stand lange im Banne des finnischen Handy-Herstellers Nokia, der einen Vorab-Zwischenbericht für das zweite Quartal vorlegte.

Reuters LONDON. Zudem habe die freundliche Tendenz der US-Leitbörsen für Unterstützung gesorgt, erklärten Händler. Nokia senkte erneut seine Umsatzprognose für das zweite Quartal; zugleich - und das spielte für den Aktienhandel dann eine grössere Rolle - konnte der finnische Konzern seine Gewinnziele bekräftigen. Nokia kletterten dann im Tagesvergleich um rund fünf Prozent.

Siemens notierten 1,5 Prozent fester, während Alcatel rund 1,5 Prozent vorrückte. Grösste Gewinner waren Telekomwerte. Der DJ-Stoxx-Index der Telekomwerte kletterte über drei Prozent. France Telecom schnellten über acht Prozent in die Höhe. Deutsche Telekom kletterten über sieben Prozent. British Telecom stiegen vier Prozent.

Kräftige Aufschläge verbuchten auch Autowerte. Unter Druck stand dagegen die Gesundheitsbranche.

LONDON - An der Londoner Aktienbörse gewann der FTSE-100-Index 0,13 Prozent auf 4935 Zähler. Laut Händlern sorgten Hoffnungen auf eine Erholung der Konjunktur, feste Telekomwerte sowie die freundliche Eröffnung der Wall Street für Auftrieb. Allerdings sei die Erholungstendenz durch schwache Pharmawerte etwas gebremst worden. Die britische Industrieproduktion stieg im April um 1,1 Prozent und damit das erste mal seit acht Monaten. Als Zugpferd erwiesen sich die Aktien des Mobilfunkanbieters Vodafone, die 2,6 Prozent stiegen, und British Telecom mit plus vier Prozent. Unter Druck standen dagegen GlaxoSmithKline. Der Pharmawert verlor nach einem Zeitungsbericht über einen Steuerstreit in den USA rund 3,5 Prozent.

ZÜRICH - Nach einem zunächst verhaltenen Verlauf haben die Schweizer am Mittwoch im späteren Geschäft unter Führung der Finanzwerte nach oben gedreht. Der Markt bleibe aber verletzlich und damit auch volatil, erklärten Händler. Nach wie vor dominiere die Unsicherheit bezüglich der weiteren Entwicklungen von Wirtschaft und Politik. Der SMI-Standardwerteindex schloss 1,0 Prozent höher auf 6330,3 Zählern und stand damit genau an der Widerstandslinie von 6330 Punkten. Der breite SPI stieg um 0,97 Prozent auf 4389,80 Punkte. Der Kursanstieg war Händlern zufolge vor allem auf Deckungskäufe und kaum auf Neugeldzuflüsse zurückzuführen. Nestle, UBS und Swiss Re verbuchten schöne Gewinne. In der Minuszone lagen Serono, Sulzer, SGA und Syngenta.

PARIS - Die Pariser Börse schloss bei kräftigen Gewinnen von mehr als acht Prozent in den lange vernachlässigten France Telecom mit robusten Gewinnen. Ungeachtet des schlechten Abschneidens der französischen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft konnten auch die Aktien des Fernsehsenders TF1 fast fünf Prozent zulegen. Alcatel konnten sich von dem vom Nokia-Zwischenbericht herrührenden anfänglichen Kursrückgang erholen. Der CAC-40-Index schloss 2,1 Prozent höher bei 4109,37 Punkten.

FRANKFURT - Die Frankfurter Börse präsentierte sich freundlich. Der Deutsche Aktienindex (Dax) gewann 1,45 Prozent auf 4655 Punkte. Gefragt waren insbesondere Deutsche Telekom, die rund sieben Prozent kletterten. Im Sog der Nokia-Prognose zogen auch Technologiewerte an. SAP gewannen über ein Prozent, während Epcos über drei Prozent kletterten.

BENELUX - Die Benelux-Börsen schlossen uneinheitlich. Der Amsterdamer AEX-Index kletterte 1,83 Prozent auf 462 Punkte, während der Brüsseler Bel20-Index 0,08 Prozent auf 2671,9 Zähler nachgab. In Amsterdam sorgten Banken- und Finanzwerte für Auftrieb. Fortis und Aegon gewannen jeweils 1,5 Prozent, während ING 2,6 Prozent zulegten.

Im Technologiesektor stachen Philips hervor, die über vier Prozent kletterten. In Brüssel verloren die Titel von Delhaize rund ein Prozent.

MAILAND - Angeführt von den um sechs Prozent festeren Fiat-Aktien schloss die Mailänder Börse etwas fester. Der Mib30-Index legte 2,6 Prozent auf 29.333 Zähler zu. Die Fiat-Aktie profitierte nach Händlerangaben von der Rücktrittsankündigung ihres Konzernchefs Paolo Cantarella; hinzu kam, dass S&P das Kurzfrist-Rating von Fiat unverändert liess. Deckungskäufe hätten bei Fiat aber auch eine grosse Rolle gespielt, hiess es weiter. Die Aktie der Energiegruppe Eni gewannen 1,5 Prozent. Telecom Italia Mobile lagen im europäischen Trend und stiegen 2,5 Prozent.

MADRID - Die spanische Börse schloss freundlich. Der Ibex-35 stieg rund ein Prozent auf 7553,9 Punkte. Als Kurstreiber nach oben erwiesen sich die Aktien des Indexschwergewichtes Telefonica, die über zwei Prozent kletterten. Telefonica Moviles legten gar fast fünf Prozent zu. Die Titel der Bankenschwergewichte Santander Central Hispano (SCH) und Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) schlossen uneinheitlich. Während BBVA rund zwei Prozent vorrückten, verloren SCH über 0,5 Prozent.

STOCKHOLM - Der DJ StoxxNordic-Index der skandinavischen Börsen hat nach einem schwächeren Start ins Plus gedreht und zuletzt mit 280,35 Zählern um 1,37 Prozent höher tendiert. Händler sagten, die Anleger hätten beschlossen, bei Nokia den positiven Aspekten die grössere Beachtung zu schenken. Der weltgrösste Mobiltelefonhersteller hatte die Umsatzprognose für das laufende zweite Quartal zwar erneut deutlich gesenkt, die Gewinnziele aber bekräftigt. Nokia schlossen nach anfänglichen Kurseinbussen schliesslich 4,7 Prozent fester und zogen andere Technologiewerte mit nach oben. Die Titel von Rivale Ericsson allerdings verloren in Stockholm 5,6 Prozent.

WIEN - Die Wiener Börse hat sich vom europäischen Geschehen weitgehend abgekoppelt. Der ATX-Index sank 0,81 Prozent auf 1275,81 Punkte. Vor allem RHI mit minus 8,3 Prozent und BWT, die 4,3 Prozent nachgaben, fielen negativ auf. Marktschwergewicht Telekom Austria büssten 0,7 Prozent ein und fielen auf ein neues Jahrestief.

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