Pariser Automobilsalon
Opel sieht sich auf dem Weg der Besserung

Der tief in die roten Zahlen gerutschte Rüsselsheimer Autobauer Opel kann seine Verluste nach Überzeugung von Vorstandschef Carl-Peter Forster in diesem Jahr wie geplant deutlich reduzieren.

Reuters PARIS. "Wir sind auf einem guten Weg. Das werden wir auch schaffen", sagte Forster am Donnerstag in einem Reuters-Interview auf dem Pariser Autosalon. Auf eine konkrete Prognose wollte er sich aber nicht einlassen. Das Ziel wäre auch mit einem Minus von 500 Millionen Euro erreicht, "300 Millionen wären noch deutlicher", sagte er. In der zweiten Jahreshälfte 2003 werde die deutsche General Motors (GM)-Tochter wie geplant die Null-Linie überschreiten. Auch der Chef der europäische GM-Organisation, Mike Burns, hielt an dem gleich lautenden Ziel von GM Europe fest.

"Das werden wir erreichen oder übererfüllen", sagte Forster mit Blick auf die angekündigte Gewinnwende. Opel hat sich nach der Auflage des Sparprogramms mit dem Namen "Olympia" bisher nicht festgelegt, ob das Traditionsunternehmen nach einem operativen Verlust von 674 Millionen Euro 2001 im nächsten Jahr insgesamt bereits schwarze Zahlen schreiben wird. Bis Ende 2003 sollten auch alle geplanten neuen Opel-Modelle im Markt sein, unterstrich Forster. "Wir sind schon an der Grenze dessen, was wir gleichzeitig machen können." Vor allem der neue Opel Vectra solle den GM-Marktanteil von zuletzt 9,1 Prozent in Europa 2003 leicht steigern helfen.

Von der angepeilten Reduzierung der technischen Produktionskapazität um 30 Prozent habe Opel mehr als die Hälfte bereits umgesetzt und damit wie GM Europe "ein großes Stück des Weges geschafft", berichtete der Vorstandschef. Die im vergangenen Jahr nur zu 75 Prozent ausgelasteten Opel-Werke sollen 2004 mit 115 Prozent der Kapazität laufen.

Als Grund für den schleppenden Autoabsatz in Deutschland lässt der Opel-Chef die schwache Konjunktur nur zum Teil gelten und misst der Bundespolitik Mitschuld zu. "Es ist gar nicht so sehr ein Problem der Fundamentaldaten, sondern eines der Psychologie", sagte er. Nach der Bundestagswahl drohten sich die Parteien im Bundestag und Bundesrat zu blockieren. "Die Bürger warten auf klare politische Signale", forderte er Maßnahmen, um die Wirtschaft in Schwung zu bringen.

Anders als Opel hatte GM Europe schon im Juli angekündigt, sein Ziel im laufenden Jahr nicht erreichen zu können, das eine Halbierung des Fehlbetrags auf 350 Millionen Dollar vorsah. Das dritte Quartal sei erneut hart gewesen, sagte Europachef Burns. An dem Ziel, 2003 die Gewinnschwelle zu überschreiten, halte man aber fest. Die neuen Modelle von Opel, Saab und Vauxhall, sollen den Umsatz treiben, nachdem das Sparprogramm bereits Erfolge zeige. GM Europe hatte im vergangenen Jahr die Kapazität reduziert und Entlassungen angekündigt.

Der Finanzchef des größten Autoherstellers der Welt, John Devine, räumte ein, dass die Ziele für Europa angesichts der schwachen Märkte hart seien. Wenn sich das Umfeld noch deutlich verschlechtere, werde man darüber nachdenken. Weitere Stellenkürzungen seien dann nicht auszuschließen, allerdings in kleinerem Umfang. "Aber wir werden nicht glücklich sein, bis wir dort wieder in der Gewinnzone sind", fügte er hinzu.

Insgesamt rechnet Finanzchef Devine mit einem Marktwachstum um zwei bis drei Prozent in Europa im nächsten Jahr, für das laufende Jahr werde ein Rückgang von fünf Prozent erwartet. Der US-Markt werde dagegen 2003 bei knapp 17 Millionen Einheiten stagnieren. An der umstrittenen Kaufanreiz-Politik, die derzeit die Gewinne aller US-Hersteller schmälert, wolle und könne GM festhalten. Sie seien integraler Bestandteil des Marktes geworden.

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