Pariser Autosalon
Autohersteller sehen Durststrecke fast überwunden

Die von der weltweiten Konsumflaute gebremsten Autohersteller sehen nach einer Durststrecke wieder besseren Zeiten entgegen. Anlässlich des Pariser Autosalons vermeldeten zahlreiche Konzerne trotz Konjunkturschwäche am Donnerstag Zuwächse bei den Verkäufen sowie Erfolge bei ihren Kosteneinsparungen.

Reuters PARIS. Ob DaimlerChrysler, BMW, Toyota, Ford oder Peugeot/Citroen - die ersten Signale auf den Pressekonferenzen vor der Eröffnung der Pariser Autoschau für das Publikum am Samstag standen auf Optimismus. Auf der Produktseite dominieren in Paris luxuriöse Karossen und spektakuläre "Life-Style-Fahrzeuge" wie der Geländewagen "Cayenne" von Porsche oder dessen kostengünstigeres Schwester-Modell Touareg von Volkswagen.

Chrysler bleibt auf der Kostenbremse

Chrysler-Chef Zetsche kündigte an, dass die im vergangenen Jahr noch stark defizitäre US-Tochter von Daimler das dritte und vierte Quartal 2002 mit einem positiven operativen Ergebnis abschließen werde, nachdem bereits im ersten Halbjahr ein Gewinn von rund 900 Millionen Euro erzielt worden war. "Wir werden unsere Ziele damit deutlich übertreffen." Eigentlich hatte sich Chrysler lediglich das Erreichen der Gewinnschwelle vorgenommen.

Chrysler sieht sich auch auf gutem Weg, die angestrebte Kostenreduzierung von 15 Prozent bis Ende 2003 zu erreichen. Zwei Drittel davon habe das Unternehmen bereits geschafft, sagte Chief Operating Officer Wolfgang Bernhard. Das Programm werde plangemäß bis Ende nächsten Jahres abgeschlossen sein, aber auch danach wolle Chrysler weiter auf die Kostenbremse treten. "Das wird immer so weitergehen", sagte Bernhard.

BMW steigert Absatz auf fast eine Millionen Fahrzeuge

BMW teilte unterdessen mit, den Absatz in den ersten neun Monaten dieses Jahres um 19 Prozent auf rund 800 000 Fahrzeuge gesteigert zu haben. Damit hat das Unternehmen schon einen guten Teil seiner anvisierten Verkaufsmarke von erstmals eine Million Fahrzeugen unter Dach und Fach. Zugleich sagte Firmenchef Helmut Panke im Reuters-Interview, dass der Absatz der Konzernmarke Mini besser laufe als erwartet. Allerdings werde die erste Generation des Kleinwagens eine geringere Rendite bringen als die angestammten BMW-Modelle. Gleiches gelte für den Anfang Januar auf den Markt kommenden neuen Rolls Royce.

Bei Mercedes lagen dagegen die Verkäufe von Januar bis September bei rund 837 000 Wagen und damit etwa auf Vorjahresniveau. DaimlerChrysler-Vorstand Jürgen Hubbert sagte, eine vergleichbare Entwicklung deute sich auch für das Gesamtjahr an und weise auf einen erfolgreichen Start 2003 hin. Von der im Frühjahr neu aufgelegten E-Klasse wolle Mercedes in diesem Jahr 180 000 Einheiten verkaufen, 2003 dann 250 000.

Volkswagen rechnet indes damit, das derzeitige Absatzniveau im kommenden Jahr zumindest halten zu können. "Wenn es nicht schlechter wird, müssten wir die fünf Millionen (Pkw) 2003 wieder schaffen", sagte VW-Vertriebsvorstand Detlef Wittig. Zuvor hatte Vorstandschef Bernd Pischetsrieder die Verkaufszahl für das laufende Jahr auf 4,975 (Vorjahr 5,08) Millionen taxiert. Prognosen seien in der Autoindustrie derzeit angesichts der schwierigen Konjunktur bedingt schwierig, sagte Wittig. "Wir segeln alle auf Sicht zurzeit."

Ford rollt wieder an

Auch der in die Krise geratene US-Gigant Ford versprüht wieder Optimismus. Der Absatz im vierten Quartal werde wahrscheinlich ein wenig über den bisher geplanten 960 000 Wagen liegen, sagte ein Sprecher. Auch die Europa-Aktivitäten des Unternehmens würden die Ergebnisziele in diesem Jahr leicht übertreffen und wahrscheinlich auch ihren Marktanteil erhöhen, hieß es zudem bei Ford. Der weltgrößte Autohersteller General Motors bekräftigte unterdessen in Paris sein Ziel, mit Hilfe neuer Produkte im kommenden Jahr wieder in die Gewinnzone fahren zu wollen. Zudem solle der Marktanteil in Europa von gut neun Prozent in diesem Jahr gehalten und 2003 leicht ausgebaut werden.

Der noch vor wenigen Jahren verlustreiche und seinerzeit als Übernahmekandidat gehandelte Autobauer PSA Peugeot Citroen verwies auf steigende Verkaufszahlen. Vier Millionen Autos will der französische Konzern 2006 verkaufen, fast ein Viertel mehr als derzeit. Toyota will in Europa ebenfalls mehr Autos als bisher geplant verkaufen und auf dem Kontinent auch früher als erwartet wieder schwarze Zahlen schreiben. Bis 2005 wollen die Japaner mehr als eine Millionen Wagen und damit rund ein Viertel mehr als bisher angekündigt absetzen.

Beim tief in den roten Zahlen steckenden italienischen Autokonzern Fiat waren dagegen weniger optimistische Töne zu vernehmen. Auto-Chef Giancarlo Boschetti deutete die Notwendigkeit weiterer Sparmaßnahmen an und schloss auch zusätzliche Stellenstreichungen für den Abbau von Überkapazitäten nicht aus.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%