Pariser Club trifft sich mit Russlands Regierung
Moskaus Schuldengespräche werden am 24. Januar wieder aufgenommen

Die Gesamtverbindlichkeiten der ehemaligen Sowjetunion an den Pariser Club werden mit 38,7 Mrd. $ veranschlagt. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte beim Besuch von Bundeskanzler Gerhard Schröder Anfang Januar eine vollständige Rückzahlung der sowjetischen Altschulden zugesichert.

dpa MOSKAU. Russland und der Pariser Club der Gläubigerländer wollen die Verhandlungen über eine Umschuldung der sowjetischen Altschulden am 24. Januar in Paris aufnehmen. Von russischer Seite werde voraussichtlich Vize-Finanzminister Sergej Kolotuchin die Verhandlungen führen, meldete die Agentur Interfax am Dienstag in Moskau.

Die Gesamtverbindlichkeiten der ehemaligen Sowjetunion an den Pariser Club werden mit 38,7 Mrd. $ (41,11 Mrd.. Euro/80,4 Mrd.. DM) veranschlagt. Allein in diesem Jahr müsste Moskau 3,5 Mrd. $ zurückzahlen, im Haushalt sind jedoch nur 1,24 Mrd. für den Schuldendienst eingeplant.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte beim Besuch von Bundeskanzler Gerhard Schröder Anfang Januar eine vollständige Rückzahlung der sowjetischen Altschulden zugesichert. Dagegen sagte Wladimir Nikitin, der Vorsitzende einer Sonderkommission des Parlaments zu den russischen Staatsschulden, am Dienstag, Russland sei nicht in der Lage, die Gesamtschulden zu bedienen. Dies würde das "Potenzial der ökonomischen Entwicklung Russlands ruinieren und die Rückzahlung der Kredite überhaupt in Frage stellen".

Alexander Schukow, Vorsitzender des Haushaltsausschusses der Duma, sprach sich dafür aus, die Lösung des Schuldenproblems um einige Monate zu verschieben, weil im Januar von einem Einnahmeüberschuss keine Rede sein könne. Keine einzige Regierung könne Schulden begleichen, die die Hälfte des Haushaltes ausmachten, meinte KP-Chef Gennadi Sjuganow.

Im Januar wird Russland insgesamt 31,5 Mill. $ an Zinsen an die Pariser Club-Mitglieder Deutschland, Österreich, Italien, Großbritannien und Japan zahlen. Regierungschef Michail Kasjanow hatte früher betont, Moskau sei derzeit nur zur Zahlung von Zinsen in der Lage und müsse die Tilgung der Hauptschuld aussetzen.

Der Pariser Club macht ein Umschuldungsabkommen von einer Einigung Russlands mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) über eine Wiederaufnahme von Kreditprogrammen abhängig. Da eine Gruppe von IWF-Experten erst Anfang Februar in Moskau erwartet werde, könne auch das Umschuldungsproblem nicht vor Ende Februar gelöst werden, sagte Finanzminister Alexej Kudrin.

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