Pariser Wintermode 2004
Und ewig lockt das Weib

Sexy, futuristisch und elegant - so ging am Montagabend der wichtigste Teil der Pariser Prêt-à-porter-Defilees Herbst-Winter 2003/04 zu Ende. Zwar laufen die Schauen noch bis einschließlich Donnerstag weiter, doch die großen Namen haben ihr Programm bereits absolviert. Auf die Frauen wartet in der nächsten Saison Mode, die mit Weiblichkeit nicht geizt.

HB/dpa PARIS. Yves Saint Laurent ist dafür das beste Beispiel. Tom Ford, der amerikanische Designer des französischen Modehauses, verzichtete in seinem Defilee von Montagabend auf den in vielen Kollektionen dominanten Mini, dennoch liegt in seiner Mode ein Maximum an Erotik, Sinnlichkeit und Romantik. Lingerie-Elemente umschmeicheln den Oberkörper. Seine Samtblazer schließt Ford mit einer hellblauen Satinschleife, so auch die um die Schulter gelegte Pelzstola. An den Kanten der kurzen Mäntel hangeln sich Volants herunter, auf den knielangen Röcken und Kleidern gibt es Rüschen. Stets überzieht dabei eine Netzstrumpfhose die Beine. Ford verblüffte zudem mit Ironie: Einen Mantel aus Fuchsfell tailliert er mit einem orangefarbenen Plastikgürtel, am hinteren Saum eines Pelzblousons prangt ein zusätzlicher Pelzschwanz.

Die sechziger Jahre haben in vielen Pariser Kollektionen ihre Spuren hinterlassen. Der Zufall will es, dass zu eben dieser Epoche noch bis zum 16. März eine Ausstellung im Musée de la Mode et du Textile, dem Pariser Modemuseum läuft. Louis Vuitton ist nicht weit entfernt von diesen Exponaten und doch wirken die Modelle frisch und innovativ. Die Show vom Montag gehörte für viele zu den Höhepunkten der Defilee-Woche. Sie brachte die geometrischen, futuristischen Formen und Schnitte der 60er sowie den für jenes Jahrzehnt unverzichtbaren Minirock, jedoch oft an der Rückseite mit einer herabhängenden Stoffbahn verlängert. Linear angeordnete Plastikringe und Perlen verleihen einigen Mänteln, Minis oder Blousons den Charakter einer Rüstung. Ärmel und Träger seiner Kleider gestaltet der Amerikaner Marc Jacobs, Louis Vuittons Designer, aus Nerz, den er an anderer Stelle auch zur Erzeugung grafischer Schwarz-Weiß-Optiken einsetzt.

Dass Valentino Eleganz propagiert, überrascht wenig, gilt der Römer doch als Meister dieses Faches. Für den Herbst/Winter 2003-04 legt er seine Röcke in Plissees, fixiert diese mit einem breiten Saum und lässt sie als Glocke wippen. Ein Trenchcoat aus Satin ist sein Mantel der Saison. Tweed-Kostüme paspelt er zuweilen mit Taft- oder Pelzborten ab. Auf den Ärmeln anderer Jacken formiert sich Nerz zu einem geometrischen Ornament. Überhaupt schenkt Valentino dieser Partie seiner Kleidung mit aufwendigen Verarbeitungen oder voluminösen Formen oft besondere Beachtung. Seine Satinhosen bedeckt er dann mit "Chaps", den Beinkleidern der Cowboys, aus Spitze.

Andrew Gn, ein Designer aus Singapur, holte sich seine Inspirationen aus einer Zeitspanne, die von der Renaissance bis zur "New Romantic"-Welle der 80er Jahre reicht. Herausragendes Kleidungsstück seiner Show vom Dienstag waren die mit Ornamenten aus Gummi bestickten Samtmäntel, die ein schmaler Ledergürtel in der Taille fixiert. Enge Samthosenbeine enden im Lederstiefel. An den Kostümjacken prangen große, runde markante Knöpfe, zu in Stufen gelegten Abendröcken werden schmale Rollkragenpullover getragen.

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