Parteienforscher zur Entlassung Scharpings
Scharpings Ablösung kommt zu spät

Die rasche Entlassung von Verteidigungsminister Rudolf Scharping durch Bundeskanzler Gerhard Schröder (beide SPD) bringt nach Ansicht von Parteienforschern der SPD keine Punkte im Wahlkampf.

ddp MAINZ. Der Wahlforscher Matthias Jung sagte dem «Mannheimer Morgen», die Entlassung Scharpings habe keinen positiven Einfluss auf die Umfragewerte der Sozialdemokraten. Kanzler Schröder habe vielmehr «mit dieser nicht ganz risikolosen Aktion» versucht, den Schaden zu begrenzen, der durch die Affäre hätte entstehen können. Als Macher stehe Schröder aber nicht da. Es habe schon früher genug Anlässe gegeben, Scharping zu entlassen.

Der Göttinger Parteienforscher Peter Lösche glaubt, dass die Wähler die rasche Entlassung von Scharping als «Hektik» erkennen werden. Lösche sagte im ZDF -«heute journal», der Fall Scharping werde die Wahlchancen der SPD eher verschlechtern. Lösche sprach von einem negativen Mosaik, zu dem auch die Krise bei der Telekom, der «Kölner Klüngel», die schlechten Daten vom Arbeitsmarkt und das Insolvenzverfahren von Babcock-Borsig gehören. Dies alles sei für den Wahlkampf der SPD «hochproblematisch».

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%