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Parteispende bereitet britischer Labour-Regierung Sorgen

Seit Tagen kursierende Berichte über die Millionengabe hatten innerhalb der Labour-Partei für Unruhe gesorgt. Der Verleger Lord Hamlyn gab bekannt, er habe für den Wahlkampffonds von Labour zwei Mill. Pfund zur Verfügung gestellt.

dpa LONDON. Nach wachsender Kritik an einer Millionenspende für die regierende britische Labour-Partei hat sich der Geldgeber am Dienstag offenbart. Der Verleger Lord Hamlyn gab bekannt, er habe für den Wahlkampffonds von Labour zwei Mill. Pfund (6,2 Mill. DM) zur Verfügung gestellt. Er sei stolz darauf, Labour zu unterstützen, fügte der Millionär in einer persönlichen Erklärung hinzu.

Seit Tagen kursierende Berichte über die Millionengabe hatten innerhalb der Labour-Partei für Unruhe gesorgt. Die Unterhausabgeordnete und ehemalige Schauspielerin, Glenda Jackson, hatte die Regierung am Dienstag aufgefordert, im "Interesse der Transparenz" die Identität des Spenders zu enthüllen.

Jackson wies darauf hin, dass Labour 1997 mit dem Anspruch angetreten sei, Korruption aus der britischen Politik zu verbannen. Auch andere Labour-Abgeordnete riefen die Partei zu "Offenheit" auf. Der Vorsitzende der Labour-Fraktion im Unterhaus, Clive Soley, nannte es bedenklich, dass die Spende offenbar wenige Wochen vor einer neuen Regelung über die Parteienfinanzierung auf das Konto von Labour überwiesen worden sei. Ab Mitte Februar müssen alle Parteispenden von mehr als 5 000 Pfund veröffentlicht werden.

Nach Presseberichten haben sowohl die Labour-Partei als auch die oppositionellen Konservativen wenige Monate vor der spätestens im Mai bevorstehenden Unterhauswahl Schwierigkeiten mit der Wahlkampffinanzierung. Im Falle von Labour dürfte der Beitrag der Gewerkschaften weit geringer ausfallen als angenommen, hieß es. Das Ausgabelimit für den Wahlkampf ist gesetzlich auf 20 Mill. Pfund begrenzt.

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