Parteitag der Demokraten
Familienfest in Denver

Zum Auftakt des Parteitags der US-Demokraten stand Familie Obama auf dem Programm. Das rauschende Familienfest in Denver ließ keinen Platz für politische Botschaften oder Angriffe auf den Gegner. Dafür hatte eine US-Politiklegende ihren großen Auftritt.

DENVER. Die US-Demokraten haben ihren Parteitag in Denver mit einem rauschenden Familienfest eröffnet. Ohne Scheu vor Sentimentalitäten stellen der schwerkranke Ted Kennedy und die potenzielle First Lady Michelle Obama die menschlichen Seiten des Kandidaten Barack Obama heraus. Für den politischen Gegner bleibt da kein Platz.

Tanzend und jubelnd begannen die mehr 4000 Delegierten der Demokraten ihren Parteitag, doch schnell füllten sich ihre Augen mit Tränen der Rührung. Eine Big Band und viele bekannte Solisten hatte die Parteitagsregie aufgeboten, um das Pepsi-Center von Denver in eine Orgie von Rot und Blau zu verwandeln. Auf der Bühne wechseln sich einfache Delegierte mit Parteiprominenz ab, die Botschaft ist immer die gleich: "Wir lieben Amerika - und wir lieben Barack Obama, der Amerika wieder zu dem Land machen kann, das wir lieben".

Ganz bewusst nutzen die Demokraten den ersten Tag der viertägigen Convention, um ihren Kandidaten bekannt zu machen. Der Stachel, dass viele Wähler nicht wirklich wissen, wer er ist und wie er denkt, sitzt tief. In Umfragen sprechen sich doch tatsächlich genauso viele Wähler für den Bush-Parteifreund John McCain aus wie für den Weltverbesserer Obama. Ihnen wollen die Delegierten zeigen, dass der Afroamerikaner ein guter Familienvater und stolz auf sein Land ist. Präsident George W. Bush oder John McCain sind da fehl am Platz. Dieser erste Tag der Obama-Krönungsmesse ist daher eine Oskar-Verleihung und keine Stunksitzung. Also beschwört Obamas Halbschwester Maya Soetro-Ng das Erbe ihrer Mutter herauf, die ihre Kinder beigebracht hat, die Welt "mit dem Teleskop und mit dem Mikroskop" zu sehen.

Die Sensation des Abends ist Edward Kennedy, der letzte der drei legendären Brüder und lebensgefährlich an einem Gehirntumor erkrankt. Er wird vorgestellt von seiner Nichte und J.F.K.-Tochter Caroline Kennedy, die "Onkel Teddy" als inspirierenden Politiker und liebenden Familienmenschen beschreibt: "Er hat keine Kommunion, keine Abschlussfeier in unserer großen Familie verpasst - und jeder Neffe, jede Nichte wusste: die leckersten Kekse gab es in Uncle Teddys Glas". Dann schlägt die Blondine im Kleinen Schwarzen den Bogen von ihrem Vater zu Barack Obama: Nur er könne solche Hoffnungen bei den amerikanischen Wählern auslösen wie es ihr Vater konnte.

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