Parteivorsitz der CSU
Was ist nur mit dem Horst los?

Was ist bloß mit Horst Seehofer los? Nach dem Krach um angebliche Sex-Dossiers provoziert der CSU-Vize eine Abfuhr durch Edmund Stoiber. Jetzt steht Seehofer plötzlich als Schurke da, der im Kampf um die Macht vor nichts zurückschreckt.

BERLIN. Wieder so ein Ding. Wieder so etwas, wo sich alle fragen: Musste das sein? Was ist los mit ihm? Warum tut er das?

Diesmal hatte Horst Seehofer, der bedrängte Bundesverbraucherminister, mit der "Bunten" gesprochen: Nein, ihm mache die ganze Aufregung überhaupt nichts aus, zitierte ihn die für allerlei Enthüllungsklatsch aus der Welt der Bussiprominenz berühmte Illustrierte. Er bleibe trotz allem und "voller Kampfeslust" bei seiner Kandidatur für den CSU-Vorsitz. Und außerdem habe sich "Edmund Stoiber, entgegen anderer Aussagen, klar für mich erklärt".

Stoiber klar für ihn erklärt? Das wäre eine Sensation. Der scheidende Parteichef hatte zwar allerhand Anlass für Spekulationen gegeben mit der Äußerung, er traue Seehofer mehr zu als dessen Rivalen, dem Putschisten Erwin Huber. Wenn es so wäre: Seehofers Satz in der "Bunten" zwingt Stoiber zum Dementi. Er werde sich "auch weiterhin weder von der einen noch von der anderen Seite vereinnahmen lassen", lässt Stoiber einen Parteisprecher verbreiten.

Und noch ein Déjà-vu: Das Blatt habe ihn falsch zitiert, beschwert sich Seehofer. Was die "Bunte"-Redaktion bestreitet.

Angefangen hatte alles Ende letzter Woche mit einem Zitat im "Stern": Er wisse viel, hatte er geheimnist, er habe viel Material. Seehofer bestreitet zwar, dass dies als Drohung gemeint war, aber in der Partei kam es jedenfalls so an: Im Duell um den Parteivorsitz halten die meisten Funktionäre zu Seehofers Konkurrenten Erwin Huber. Seehofers Strategie hatte bisher darin bestanden, sich als verfolgte Unschuld zu stilisieren, als Einziger unbeteiligt am Putsch gegen Edmund Stoiber und Opfer einer hinterlistigen Schmutzkampagne mit Enthüllungen über eine schwangere Geliebte. Jetzt steht Seehofer plötzlich selbst als Schurke da, der im Kampf um die Macht vor nichts zurückschreckt. Dass das Rennen um den Parteivorsitz für Seehofer noch zu gewinnen ist, glaubt kaum noch einer in der CSU.

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